[Rezension] Martin Krist „Brandstifter“

Grunddaten:

Autor: Martin Krist

Titel: Brandstifter

Taschenbuch: 424 Seiten

ISBN: 978-3745007626

Verlag: epubli

 

Klappentext:

Sie haben deinen Ehemann brutal ermordet – jetzt bedrohen sie deine Kinder!
Wie weit wird die junge Witwe Valentina gehen, um ihre Familie zu beschützen?

Problemlöser David Gross soll den Feuertod einer jungen Frau aufklären und gerät dabei selbst in lebensgefährliche Ermittlungen. Doch die Sorge um seine eigene Familie lenkt ihn bald mehr ab, als ihm lieb ist …

Meine Meinung:

Eins vorweg: Dieses Buch lässt mich absolut zwiegespalten zurück, weil ich auch nach dem Ende nicht sagen kann, ob ich es wirklich packend fand. Mehr dazu im Detail.

Wir bekommen diesen Thriller aus Sicht eines allwissenden Erzählers nähergebracht, was an sich bei einem Krimi/Thriller schon mal gut ist, weil man so an jedem Ort zu jeder Zeit sein kann. Allerdings finden die Sprünge zwischen den Charakteren und Orten so schnell statt (jedes Kapitel hat nur wenige Seiten), dass man gerade am Anfang Probleme hat, der Geschichte an sich zu folgen. Es gibt mehrere Handlungsstränge, einer liegt davon sogar in der Vergangenheit, die sich immer wieder abwechseln. Ich hatte bis zur Hälfte wirklich Schwierigkeiten damit, denn jedes Mal wenn ich mich auf eine Person und deren Befindlichkeiten eingelassen hatte, wurde ich auch schon wieder rausgerissen. Der Schreibstil an sich hat mir sehr gut gefallen, weil er direkt und erzähltechnisch rasant gehalten ist.

David – der Problemlöser – Gross hat mir als Protagonist wirklich gut gefallen, weil er unkonventionell ist und den typischen Antihelden darstellt. Mal ein Ermittler, der keine astreine Weste hat und sich immer an das Gesetz hält. Das hat mir zugesprochen. Allerdings wurde ich mit Valentina weniger warm, die den zweiten großen Handlungsstrang dominiert. Ihr wird so übel mitgespielt, dass sie sich teilweise total unlogisch verhält, was mir irgendwann wirklich auf die Nerven ging.

Die Nebencharaktere waren sauber gezeichnet und boten eine Palette an Individuen. Leider gilt auch hier: Alle wurden auf den ersten paar Seiten eingeführt und ich hatte Probleme, jeden Namen wieder zuzuordnen, wenn er dann erneut auftauchte. Vielleicht hätte man das durch eine längere Einführung mit einem Erzählstrang lösen können. Noch dazu kommt, dass viele Namen fallen, die im weiteren Verlauf der Geschichte keine Rolle mehr spielen.

Bei der Spannung liegt mein größter Zwiespalt. Durch die schnellen Wechsel entsteht natürlich eine enorme Dynamik und Langeweile kommt bei dieser Story garantiert nicht auf. Viele Wendungen und auch Überraschungen hält der Autor für seine Leser bereit, was ich sehr positiv hervorheben möchte. Zu meinem Bedauern wird diese Dynamik aber in der ersten Hälfte durch das schwierige Verfolgen der Geschichte an sich größtenteils gekillt. Von daher kann ich mich nicht wirklich für eine geradlinige Meinung entscheiden.

Wir haben es hier mit einem relativ unblutigen Thriller zu tun, der in Berlin spielt. Realtiv meint, dass es keine ekligen patologischen Detailszenen gibt, sondern eben lediglich bei Leichen eventuell mal das Wort Blut verwendet wird. Das Setting war sehr schon und genau beschrieben. Für Berliner ist das sicher ein Pluspunkt, weil man mit vielen Lokalitäten etwas anfangen kann. Für alle anderen: Man kann die Stadt durchs Lesen kennenlernen und ich habe sogar den einen oder anderen Ort im Internet gesucht.

Ein Thriller, den man gut lesen kann und der durch einen grandiosen Ermittler besticht. Leider lassen mich die schnellen Wechsel der Szenen und auch die anderen Charaktere teilweise etwas unentschlossen zurück.

Bewertung: 3/5 Sterne


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