[Rezension] Anja Saskia Beyers „Erdbeeren im Sommer“

Grunddaten:

Autor: Anja Saskia Beyer

Titel: Erdbeeren im Sommer

eBook: 302 Seiten

ASIN: B01MT48H40

Verlag: Tinte & Feder

 

Klappentext:

Enttäuscht und mit Wut im Bauch sitzen Luisa und Mona in ihrem VW-Bus auf dem Weg nach Süditalien. Nach einem missglückten Heiratsantrag und einem handfesten Ehekrach brauchen die beiden Freundinnen dringend einen Ortswechsel. Und da bieten sich Tante Giulias idyllischer Erdbeerhof und das kleine mediterrane Ristorante geradezu an. Was die beiden dort erwartet, ist allerdings weit mehr als schmackhafte Erdbeeren und italienische Küche: Luisa wird ihre alte Jugendliebe Matteo wiedertreffen und auf ein Geheimnis stoßen, das sich um ein außergewöhnliches Kochbuch rankt. Als Tante Giulia überraschend abreist, sind Luisa und Mona gezwungen, tief in die Familiengeschichte einzutauchen, die sie bis in die turbulenten 50er Jahre zurückführt. Die Ereignisse von damals werden Luisas Leben verändern – auf eine Weise, wie sie es nie für möglich gehalten hätte.

Meine Meinung:

Wer nach einer gemütlichen Sommerlektüre sucht, ein bisschen italienische Luft schnuppern oder einfach in die Vergangenheit eintauchen möchte, macht mit diesem Roman nichts falsch – ein tolles Setting inklusive.

„Erdbeeren im Sommer“ wird uns aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers nähergebracht. Das hat den Vorteil, dass der Leser immer direkt am Geschehen dran ist, weil die beiden Frauen – Luisa und Mona – beide im Vordergrund stehen und sie nicht immer zusammen sind in den Szenen. Allerdings hat das meiner Meinung nach auch etwas zu viel Distanz geschaffen, denn gerade Luisa habe ich nicht immer verstehen können, wenn es um ihre Gefühle ging. Mona rückt deswegen auch etwas in den Hintergrund. Der Schreibstil ist schön leicht gehalten, sodass man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren kann. Um das Ganze dem Land anzupassen, werden auch immer wieder italienische Ausdrücke gestreut, um ein Feeling von Dolce Vita aufkommen zu lassen.

Wie schon geschrieben, hatte ich so meine Probleme mit der Protagonistin Luisa. An sich ist sie eine bodenständige Frau, die ein italienisches Temperament besitzt und auch sonst nicht auf den Mund gefallen ist. Leider ist sie in Sachen Liebe so wankelmütig, dass ich ihr ihre Gefühle nur selten abnehmen konnte. Gerade einen Heiratsantrag an Kandidat Nr. 1 ausgesprochen, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Jugendliebe und trifft auch noch Mann Nr. 3, der ebenfalls in die engere Auswahl kommt. Zwischendurch hatte ich da leider immer wieder den Eindruck, dass wir uns bei Herzblatt befinden und Luisa selbst nicht weiß, was sie will. Das war wirklich schade, denn so wurde ich mit ihr nicht warm.

Bei Mona war das schon ganz anders. Ihr konnte ich ihre Gefühle komplett abkaufen und für mich war sie ein in sich schlüssiger Charakter, der sympathisch und authentisch war. Auch die Nebencharaktere waren viel besser ausgearbeitet und haben zusammen ein tolles Bild ergeben. Besonders die italienische Besetzung konnte durch ihre Herzlichkeit und Ausstrahlung bei mir punkten.

Die Spannung war durchgängig vorhanden, weil der Leser direkt in die Geschichte geworfen wird und es dann auch schon Schlag auf Schlag geht. Auch die Passagen, die in der Vergangenheit spielen, heizen die Stimmung weiter an, weil sie erst nach und nach das Rätsel um die Familie Rossi lösen. Das war wirklich sehr gelungen und hat richtig Lust auf die Story gemacht.

Ansonsten haben wir es mit einer Mischung aus Roadtrip, Liebesgeschichte und Familiendrama zu tun. Die Verwebung der einzelnen Storyelemente ist gelungen und glaubhaft dargstellt. Man findet den roten Faden immer wieder und merkt, dass die Autorin viel Mühe in die Recherche des Settings gesteckt hat, denn teilweise hatte ich wirklich das Gefühl, in einem italienischen Landstrich unterwegs zu sein – Kompliment hierfür.

Insgesamt eine emotionale Familiengeschichte, die besonders die Rolle der Frau beleuchtet und aufzeigt, wie das Schicksal einem übel mitspielen kann. Bis auf die kleine Schwäche bei der Protagonistin konnte mich die Autorin vollkommen überzeugen.

Bewertung: 4/5


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