[Rezension] Johanna Danningers „Landluftduft“

Grunddaten:
Autor: Johanna Danninger

Titel: Landluftduft

eBook: 258 Seiten

ASIN: B01N16ROU3

Verlag: Montlake Romance

 

Klappentext:

Das niederbayrische Dorf Wammling ist in Aufruhr. Ein Kurhotel mit Golfanlage inmitten der ländlichen Idylle? Das muss verhindert werden! Vor allem Anna stürzt sich in den Kampf gegen das geplante Bauvorhaben, denn dazu soll ausgerechnet der alte Gutshof abgerissen werden, an dem ihr Herz seit Kindheitstagen hängt. Zu allem Überfluss mietet sich auch noch der selbstgerechte Autor Ben Hager in die Ferienwohnung ihres Opas ein und treibt sie mit seiner Arroganz fast in den Wahnsinn. Als Ben sie dann auch noch zwingt, ihn zu Recherchezwecken in die ländlichen Gepflogenheiten einzuweihen, muss Anna langsam erkennen, dass er ihr nicht nur den letzten Nerv raubt, sondern noch etwas ganz anderes …

Meine Meinung:

Mit „Landluftduft“ legt uns die Autorin einen realistischen Liebesroman vor, der nicht nur ein uriges Setting hat, sondern auch mit sympathischen Charakteren aufwarten kann. Ich bin überzeugt!

Wir bekommen den Roman aus Sicht des Landeis Anna erzählt, die frisch von ihrem Studium aus München zurück nach Wammling gekehrt ist. Obwohl sie gnz und gar nicht auf den Mund gefallen ist, denkt sie über ihre eigenen Gefühle lieber im Stillen nach, weswegen die Wahl der Perpektive genau die richtige war. Der Schreibstil ist locker gehalten und lässt sich super lesen. Besonders charmant finde ich die bayrischen Sätze, die meist von den Ureinwohnern Wammlings abgeschossen werden. Sie machen den Roman authentisch und lassen den Leser auch mehr als einmal schunzeln – zumindest mich als Halbfränkin.

Anna hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, weil sie auf der einen Seite stark ist und weiß, was sie möchte, und auf der anderen Seite aber trotzdem Emotionen zulässt und eine verletzliche Ader hat – die sie aber nach außen nicht immer zeigt. Anna war mir von der ersten Seite an sympathisch gewesen, weil sie einfach direkt auf den Punkt kommt und nie lange um den heißen Brei herum redet. Solche Charakterzüge schätze ich. Unser Protagonist Ben ist da ein ganz anderes Kaliber. Er ist eigentlich in vielen Zügen das genaue Gegenteil von Anna. Er wirkt zunächst kalt, arrogant, distanziert und überheblich. Es hat lange gedauert, bis er bei mir punkten konnte, aber das war von der Autorin genau so beabsichtigt. Ein Mann eben, der einige Überraschungen parat hält.

Bei den Nebencharakteren ist mir regelrecht das Herz aufgegangen. Besonders der Opa von Anna hat es mir angetan, weil er mich in vielen Dingen an meinen eignen Opi erinnert hat (der war auch so ein prägnanter Mann). Aber auch die Dorfbewohner haben ihre Eigenarten, obwohl sich die Autorin hier einiger Kischees bedient, hat doch jeder noch so das gewisse Etwas, um schon wieder einzigartig zu sein. Hier möchte ich ein ganz großes Lob aussprechen, weil mich die Wammlinger vollkommen überzeugen konnten.

Mein einziger Kritikpunkt geht an die Spannungskurve. Hier ist es nicht ganz gelungen, interessante Wendungen einzubauen. Vielmehr war mir schon relativ früh klar, auf was die Story hinauslaufen wird – und so kam es dann auch. Das war ein bisschen schade, weil ich mir vielleicht doch den ein oder anderen Plottwist gewünscht hätte. So ist die Handlung dahingeplätschert, ohne groß für Aufregung zu sorgen.

Was wunderbar gelungen ist, ist das Setting! Ich konnte mir das beschauliche Örtchen Wammling richtig gut vorstellen. Dieses urige, noch etwas rückschrittliche, aber nicht minder herzliche Dorf konnte mich so überzeugen, wie es schon lange kein Schauplatz mehr geschafft hat. Das liegt vor allem daran, dass die Autorin großen Wert auf liebevolle Details gelegt hat. Man merkt, dass hier sicherlich eine reale Vorlage gedient hat.

Ansonsten haben wir es mit einer Liebesgeschichte der Kategorie „Feuer und Eis“ zu tun, die gleichzeitig auch ein Stückweit Katz-und-Maus-Spiel ist. Für mich eine gelungene Lovestory, weil auf Schmalz und Kitsch praktisch gänzlich verzichtet wurde und sich eher auf die Erforschung der Gefühle für den Partner konzentriert wurde.

Bewertung: 4/5 Sterne


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