[Rezension] Marcel Weyers` „Depths of Forever – Verloren in den Tiefen“

Grunddaten:

Autor: Marcel Weyers

Titel: Depths of Forever (1)

eBook: 115 Seiten

ASIN: B01L7WB7D8

Verlag: keiner (Selfie)

 

Klappentext:

Als ich das eiskalte Wasser auf meiner Haut spürte, war ich sicher, dass ich nie wieder das Tageslicht sehen würde. Immer tiefer und tiefer sank ich auf den Meeresgrund und ahnte noch nichts von den Ereignissen, die bald folgen würden. Hätte Kyū mich nicht gerettet, wäre ich gestorben. Jetzt bin ich ein Fremder in einer Welt, von der wir nicht wussten, dass sie existiert. Meerjungfrauen machen es einem nicht gerade leicht und vor allem ein Meerjungmann verdreht mir den Kopf.

Ohne Erinnerungen und versteckt vor feindseligen Augen, versuche ich, mir ein Leben als Mensch unter dem Meeresspiegel aufzubauen. Doch das anfangs noch gefährliche Spiel, entwickelt sich zu einem lebensbedrohlichen Strudel, der nicht nur mein Leben, sondern auch das meiner neugewonnenen Freunde bedroht. Der todbringende Sog beginnt sich zu entfalten und ich bin nicht sicher, ob ich ihm entkommen kann.

Meine Meinung:

„Depths of Forever – Verloren in den Tiefen“ ist der erste Band der neuen Fantasy-Gayromance-Reihe von Marcel Weyers. Leider sind das Buch und ich keine Freunde geworden, da die Charaktere für mich unglaubwürdig waren und die Unterwasserwelt mich nicht überzeugen konnte.

Wir bekommen diese Geschichte aus Sicht von Tasu, dem Protagonisten erzählt. Diese Erzählperspektive war für mich gut gewählt, denn immerhin muss er sich in einer für ihn vollkommen neuen Welt zurechtfinden. Zwischendurch welchselt die Perspektive einmal zu Kyū, die auch in der Ich-Person geschrieben ist und einmal zu einem anderen Nebencharakter. Hier wird dann plötzlich aus der Er-Perspektive geschrieben. Diesen Wechsel konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, da diese Passage ja scheinbar wichtig für den Autor war (sonst hätte er die Story weiter Tasu erzählen lassen).

Generell hatte ich mit Tasu große Probleme, denn er befindet sich von jetzt auf eben in einer für ihn vollkommen neuen Welt und nimmt das einfach ruhig hin. Das war für mich leider absolut unglaubwürdig. Auch sonst hat er sich oft sehr unpassend verhalten – ganz davon zu schweigen, dass er bereits nach zwei Tagen Liebesbekundungen macht. Auch Kyū war nicht wesentlich besser: Dass er Tasu rettet ist in Ordnung, aber nachdem er das dann getan hat, geht er einfach direkt zur Tagesordnung über. Wenn Menschen wirklich etwas Besonderes für die Meeresbewohner sind, dann hätte ich mir da ein bisschen mehr Regung erhofft.

Bei den Nebencharakteren wird sich teilweise klischeehafter Personen bedient (was für mich bei den Widersachern vollkommen in Ordnung ist, da sie ja meist nur einen Job zu erledigen haben), allerdings haben auch die restlichen Charaktere nicht durch Individualität glänzen können. Das könnte durchaus auch daran gelegen haben, dass das Buch nur knapp über 100 Seiten hat und man auf diesen die Personen nicht richtig kennenlernt.

Der zweite große Kritikpunkt ist die „erdachte“ Unterwasserwelt. Selbst der Protagonist denkt permanent, dass dies und jenes wie in der Menschenwelt sei. Sogar ein Handynetz ist dort unten verfügbar (übrigens 10.000 Meter unter der Oberfläche, wieso Tasus Lunge nicht kollabiert ist, ist auch fraglich …)! Ich konnte die Ansätze schon nachvollziehen, aber hier hatte ich mir definitiv mehr erhofft. Manche Beschreibungen waren wirklich wunderschön, aber dann kam wieder die Aussage, dass es wie in der Menschenwelt sei und meine Vorstellung war erneut zerstört. Wirklich schade.

Von Spannung möchte ich eigentlich gar nicht sprechen, da es mehr eine Einführung in die eigentliche Geschichte darstellt. So schnell wie es angefangen hat, ist es auch schon wieder vorbei. Prinzipiell wäre das nicht schlimm, allerdings gibt es zwischendurch immer wieder Passagen, die regelrecht aufgezählt wirken. Dann macht er dies, anschließend das und im Anschluss jenes. Die Dialoge waren teilweise wirklich fetzig und gut, aber die Handlungen dazwischen einfach viel zu komprimiert.

Nachdem ich so viel Kritik geäußert habe, möchte ich aber wenigstens noch das Cover loben, dass beim Leser den richtigen Eindruck erweckt: Eine magische Unterwasserwelt, ein schönes Kerlchen und viel Gefühl. Schade, dass der Inhalt da nicht mithalten konnte. Die weiteren Bände werde ich dann lieber auslassen.

Bewertung: 1,5/5 Sterne


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