Rezension zu Emma Wagners „Eine Schildkröte macht noch keine Liebe“

Grunddaten:

Autor: Emma Wagner

Titel: Eine Schildkröte macht noch keine Liebe

eBook: 348 Seiten

ASIN: B01HT6KPFC

Verlag: keiner (Selfie)

 

Klappentext:

Vincent nimmt das Leben leicht und versucht Arbeit und Ärger aus dem Weg zu gehen. Als jedoch die geheimnisvolle Lilly in sein Leben tritt, hat er plötzlich von beidem mehr als genug am Hals. Schnellstmöglich will er die junge Frau mit den smaragdgrünen Augen wieder loswerden, aber sie erweist sich als ebenso sonderbar wie hartnäckig.
Lillys Leben ist von Grund auf anders – in vielerlei Hinsicht.
Sie merkt recht bald, dass Vincent und sie nicht unterschiedlicher sein könnten und er sie mit seiner ganzen Art auf die Palme bringt. Doch man kann schließlich nicht besonders wählerisch sein, wenn man auf der Flucht ist. Und dann sieht der Kerl auch noch so unverschämt gut aus …
Mit Gefühlen jedenfalls hat keiner von beiden gerechnet.
Auch nicht mit Vincents Bruder, der eigene Pläne verfolgt.
Aber kann ein einziges Wochenende alles verändern?
Und wo kommt eigentlich die Schildkröte her?

Meine Meinung:

„Eine Schildkröte macht noch keine Liebe“ ist der neue Roman rund um die beiden Streithähne Lilly und Vince, die sich zufällig in Heidelberg begegnen. Leider konnten mich die Protagonisten nicht komplett überzeugen und auch bei der Spannung musste ich einige Abstriche machen …

Ich muss zugeben, dass das meine erste Lektüre von der Autorin Emma Wagner ist. Über die bisher erschienen Romane habe ich nur Positives gehört, weswegen ich dann endlich mal mit einem Buch starten wollte und meine Wahl ist dann zufällig auf dieses gefallen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, weil die Story locker und flockig von der Leber weg geschrieben ist. Bedauerlicherweise hat die Autorin aber immer wieder auf gleiche Phrasen zurückgegriffen, was mir das Lesevergnüngen etwas genommen hat. So ist der Protagonist beispielweise permanent am seufzen oder ihm fällt oft die Kinnlade herunter. Die Wortwahl war dem Liebesromangenre angepasst und besonders gut hat mir der teilweise eingearbeitete Dialekt in den Dialogen gefallen.

Mit den beiden Protagonisten hatte ich in der ersten Hälfte des Buches so meine Schwierigkeiten. Mir ist es verhältnismäßig schwer gefallen die Motive und Handlungen in Einklang zu bringen. Vince habe ich dabei noch etwas besser verstehen können, aber Lilly war definitv ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Das hat auch dazu geführt, dass ich sie nicht ernst nehmen konnte, was ich extrem schade finde. In der zweiten Hälfte wurde es dann deutlich besser. Man hatte als Leser das Gefühl, dass beide nun zu ihrem wahren Ich gefunden haben und wissen, was sie tun, während zuvor das reinste Choas geherrscht hat. Auch die Liebesgeschichte an sich ist dadurch etwas untergegangen, weil beide so sehr mit sich selbst beschäftigt waren, dass sie den jeweils anderen nicht so wirklich wahr geommen haben; so war jedenfalls mein Eindruck.

Bei den Nebencharakteren hat die Autorin allerdings einen mehr als guten Job angeliefert! Gerade das kauzige Geschwisterpaar Otto und Karl sind mir von der ersten Seite an ans Herz gewachsen. Obwohl sie immer nur Gastauftritte zwischendurch genießen, habe ich ihnen jeden Satz abgenommen. Für mich waren sie einfach „echt“ und haben mich auch innerlich berührt. Auch die anderen Charaktere der Geschichte waren super ausgearbeitet und haben die Handlungen erst so richtig rund gemacht.

Beim Spannungsverlauf muss ich eine kleine Rüge anbringen, weil in der ersten Hälfte nicht viel passiert. Ich habe die ganze Zeit auf irgendwelche dramatischen Wendungen, prickelnde Zufälle oder sonst irgendwas gewartet, was aber leider nicht eingetreten ist. Richtig spannend würde ich die letzten 60 Seiten bezeichnen, weil sich hier die Ereignisse im wahrsten Sinne des Wortes überschlagen. Das kommt für mich aber leider viel zu spät, da hätte ich mir vorher schon ein paar Überraschungen gewünscht, damit der Leser auch bei der Stange bleibt.

Natürlich ist der Roman dem Genre des Liebesromans zuzuordnen, wobei auch einige erheiternde Szenen vorhanden sind. Die Liebe würde ich eher als zart aufkeimend beschreiben, weil die beiden Protagonisten – wie schon erwähnt – zu Anfang viel zu sehr gegeneinander arbeiten als miteinander.

Insgesamt würde ich die Geschichte als durchschnittlich bezeichnen. Viele Überraschungen werden hier nicht bereitgehalten und schon nach ein paar Kapiteln ist absehbar, auf was das Ganze hinausläuft, aber trotz aller Kritik konnte ich das Buch gut lesen, was am flüssigen Schreibstil lag. Ich bin schon sehr gespannt, was die anderen Romane der Autorin für mich bereithalten, denn ich durfte Emma Wagner auf diversen Buchmessen erleben und diese Frau ist einfach nur superlieb und zuckersüß!

Danke, dass ich dieses Buch als Vorab-Rezensionsexemplar lesen durfte.

Bewertung: 3/5 Sterne


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