Rezension zu Sebastian Niedlichs „Und Gott sprach: Es werde Jonas“

Grunddaten:

Autor: Sebastian Niedlich

Titel: Und Gott sprach: Es werde Jonas

Ebook: 304 Seiten

ASIN: B00YSKUGIO

Verlag: dotbooks

 

Klappentext:

Manchmal hat man einen schlechten Tag. Manchmal hat man auch einen SEHR schlechten Tag. Und manchmal wird man von einer herabstürzenden Kirchturmspitze zerquetscht. Genau das passiert Jonas – und damit könnte diese Geschichte nun auch schon wieder vorbei sein. Aber Gott (die Älteren unter uns werden sich erinnern: der Allmächtige) hat andere Pläne: Er will den etwas chaotischen und zur schlechten Laune neigenden Berliner zum neuen Messias machen. Also wird Jonas von den Toten erweckt. Die Ärzte, die Medien und eine stetig wachsende Zahl begeisterter Gläubiger drehen durch. Und Jonas? Der will eigentlich nur seine Ruhe haben. Auf gar keinen Fall will er irgendein Wunder wirken! Aber es kommt anders …

Meine Meinung:

„Und Gott sprach: Es werde Jonas“ war mein erster Roman vom Autor Sebastian Niedlich und ganz sicher nicht mein letzter, denn der trocken-schwarze Humor konnte mich vollkommen auf seine Seite ziehen.

Wir bekommen diesen heiteren Roman aus keiner geringeren Sicht als der von Gott persönlich erzählt. Er bringt dem Leser auf seine ganz eigene Art und Weise näher, was er sich dabei gedacht hat, Jonas zu einem Propheten zu ernennen. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und sagt frei heraus, was ihm auf der Seele brennt (Ja, auch Gott flucht, kommt darüber hinweg!). Mit diesem direkten, aber doch amüsanten Schreibstil hat mich Herr Niedlich nicht nur auf Seite eins sofort abgeholt, sondern auch noch bestens unterhalten.

Mehr als einmal musste ich wirklich schmunzeln, weil man Jonas einfach lieben muss. Er ist als Protagonist einfach perfekt, wei er ein ganz normaler Kerl ist, der plötzlich zum göttlich erwählten Propheten aufsteigt. Manchmal ist er so schwer von Begriff, dass man ihn am liebsten schütteln möchte. Genau diese Normalität vermuttelt dem Leser den Eindruck, dass auch er durchaus an Jonas`Stelle hätte sein können. Ich habe ihm seine Rolle als Prophet meistens abgekauft und fand ihn insgesamt glaubwürdig. Nur manchmal ist er aus seinen Verhaltensweisen ausgebrochen, was mir weniger gut gefallen hat.

Die Nebencharaktere sind liebevoll gestaltet und werten die Geschichte definitiv auf. Hier bedient sich der Autor zwar einiger Stereotypen (nervige Mutter, aufdringlicher Nachbar, geldgieriger bester Freund, Personenschützer mit Herz), aber das ist nicht weiter tragisch, da jeder noch eine individuelle Note mit auf den Weg bekommen hat. Deutlich schwerer habe ich mir mit seiner Freundin getan. Zu Beginn hatte ich ein klares Bild von ihr vor Augen und dachte, dass ich sie einschätzen kann, aber dann hat sie immer wieder so agiert, dass sie meiner Meinung nach aus ihrer Rolle gefallen ist und für mich keinen stimmigen Gesamteindruck mehr abgab. Generell fand ich die Anlehnung der Personen an biblische Charaktere gut und deren Umsetzung gelungen.

Vom Thema her beleuchtet Herr Niedlich gesellschaftskritisch die These „Sei kein Arschloch!“. Da er dies mit schwarzem Humor verbindet, erscheint die Lektüre zunächst „nur“ ein humorvoller Roman zu sein, doch auf den zweiten Blick regt sie auch zum Nachdenken an.

Durch die witzigen Dialoge und den unverblümten Schreibstil fliegt die Story nur so dahin. Ein wirklich tolles Buch für zwischendurch, weil man immer wieder direkt einen Anschluss findet.

Ingesamt hat mir die Lektüre gut gefallen und ich werde sicher noch andere Bücher von Herrn Niedlich lesen. Auf schwarzen Humor sollte man durchaus stehen und auch die ein oder andere Aussage nicht allzu ernst nehmen, dann hat man auf jeden Fall seinen Spaß mit Jonas und seinen Freunden.

Bewertung: 4/5 Sterne


Ein Kommentar zu "Rezension zu Sebastian Niedlichs „Und Gott sprach: Es werde Jonas“"

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  1. Sebastian Niedlich – Und Gott sprach: Es werde Jonas! – Let ‚em eat books 6. Februar 2018 gegen 17:35

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