[Rezension] Jenny Wood „Der Hain hinter dem Herrenhaus“

Grunddaten:

Autor: Jenny Wood

Titel: Der Hain hinter dem Herrenhaus

Taschenbuch: 184 Seiten

ISBN: 978-3945045268

Verlag: Art Skript Phantastik

 

Klappentext:

Konstantin Balthasar von Heerstein ist ein Lebemann – gutaussehend, charmant und pleite. Verstoßen von seiner Familie, mit einem Hang zu Alkohol, Kartenspiel und Frauen versucht er, über die Runden zu kommen. Mit dem Auftauchen eines Anwalts verändert sich jedoch plötzlich alles. Konstantin erbt die Verantwortung für ein Unternehmen, doch die Vorstandssitzungen mit biederen Geschäftsmännern langweilen ihn schnell. Stattdessen weckt das Hausmädchen Sandrin seine Neugierde, die junge Frau wacht über das Geheimnis des Hains hinter dem Herrenhaus. Dort lauert eine noch viel größere Versuchung, die Konstantins Ruf, Vermögen und Verstand gefährdet.

Meine Meinung:

„Der Hain hinter dem Herrenhaus“ ist eine Novelle mit Steampunk-Elementen, viel Magie und einem etwas tollpatischigen Protagonisten, den man von der ersten Seite an in sein Herz schließen muss. Grandios geschrieben!

Wir bekommen diese liebevoll gestaltete Geschichte direkt aus Sicht von Konstantin von Heerstein erzählt. Das hat den Vorteil, dass man quasi direkt in seinen Kopf hineinschauen kann. Die Autorin schafft es, eine unglaublich tolle Atmosphäre und auch ein Setting zum Träumen zu erschaffen, obwohl ich Novellen gegenüber eher kritisch eingestellt bin, da ich immer denke, dass man doch auf so wenigen Seiten keine ganze Welt erschaffen kann – Jenny Wood schafft das aber spielend. Die Umgebung rund um das Herrenhaus ist vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht udn hat mir ein paar magische Lesestunden beschert. Danke hierfür.

Konstantin habe ich schon auf der ersten Seite liebgewonnen, weil er in die Kategorie „Tollpatsch mit großem Herz“ fällt. Selbst wenn er einen Fehler begeht, kann man ihm gar nicht böse sein und möchte ihn am liebsten noch in den Arm nehmen, um ihn wieder aufzumuntern. Darüber hinaus lernt er aber hinzu und steht für seine Ideale und die Menschen, die ihm wichtig sind, ein. Vom Anti-Held zum Held könnte man hier auch sagen.

Mein Favorit war aber das Hausmädchen Sandrin! Sie ist auf der einen Seite total zerbrechlich, mitfühlend und erscheint wie ein kleines Mädchen – man möchte sie unbedingt beschützen, auch als Frau -, auf der anderen Seite ist sie tough und sagt ihre Meinung frei heraus. Sie hat mich mehr als einmal überrascht und verdient es daher auch, mein Liebling der Geschichte zu sein.

Zur Thematik an sich möchte ich eigentlich gar nicht groß was sagen, damit der Überraschungsmoment erhalten bleibt. Deshalb nur so viel: Es wird magisch! Ich finde es unglaublich gelungen, wie die Autorin die reale Welt mit Fantasy-Elementen verbindet. Darüber hinaus kann man auch ein paar Anlehnung an die Steampunk-Bewegung entdecken, wenn man genau hinschaut. Ein toller Mix, der einen dazu anregt, seine Gedanken spielen zu lassen und sich fortzuträumen.

Mein einziger Minikritikpunkt geht an den Storyverlauf, wobei ich sagen muss, dass es eigentlich keine richtige Kritik ist, sondern mich eher etwas gestört hat. Der Einstieg fiel mir zwar leicht, aber es hat doch eine Weile gedauert, bis die Geschichte so richtig in Fahrt kam, bzw. Spannung aufgenommen hat. Ich für mich unterscheide die Story in den ersten und zweiten Aufzug, denn in der zweiten Hälfte passiert so richtig viel. Das kann man nun auch wieder meiner kritischen Stellung gegenüber Novellen zuschreiben, aber wie gesagt: Es ist nicht weiter tragisch und wird andere vermutlich gar nicht stören.

Insgesamt eine ganz, ganz tolle Geschichte, die mit so vielen liebevollen Details aufgewertet wurde, dass ich sie gar nicht alle benennen könnte. Charaktere, die einen zum Mitfühlen anregen, und ein Setting, das zauberhafter gar nicht sein könnte. Eine absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: 4,5/5


[Blogtour] M.A. Bennett „Bloody Weekend“

Hallo, meine Lieben!

 

Ich darf euch heute zum dritten Tag unserer gemeinsamen Blogtour begrüßen und euch exklusiv das erste Kapitel aus „Bloody Weekend“ vorlesen 🙂 Das habe ich natürlich sehr gerne für euch getan und hoffe, dass ich euch mit der Story ebenso sehr anfixen konnte, wie mich Greers Geschichte fasziniert hat.

Zum Video geht es hier entlang:

 

Oben im Header findet ihr auch die anderen Blog, die ganz wundervolle Beiträge für euch parat halten. So könnt ihr hier beispielsweise ein Interview nachlesen (das Buch wird tatsächlich auch verfilmt!) oder hier in einem spannenden Beitrag zum Thema „Außenseiter“ schmökern.

 

Zu gewinnen gibt es bei dieser Blogtour natürlich auch etwas und zwar zwei Exemplare von „BlooDy Weekend“. Was ihr dafür tun müsst? Schaut einfach jeden Tag bei der Blogtour rein. Sammelt die hervorgehobenen Buchstaben an allen sieben Tagen und erhaltet so ein Lösungswort. Dieses setzt ihr bitte zusammen und schickt es per Mail an: lisa-marie.reuter@arena-verlag.de

Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich 12.2.2018.

Ein Tipp: Wer rückwärts liest, kommt ans Ziel! 😉


[Rezension] M.A. Bennett „Bloody Weekend“

Grunddaten:

Autor: M.A. Bennett

Titel: Bloody Weekend

Hardcover: 344 Seiten

ISBN: 978-3401603995

Verlag: Arena

 

Klappentext:

Greer will eigentlich nicht dazugehören. Sie genießt es geradezu, Außenseiterin an dem altehrwürdigen Internat St. Aiden zu sein. Sie folgt zwar den unausgesprochenen Regeln der Schule – kein Handy, kein Internet, kein Plastik. Doch sie weiß: Zu den „Medievals“, der herrschenden Clique um den reichen Henry de Waldencourt, wird sie nie gehören. Als sie die begehrte Einladung erhält, ein Jagd-Wochenende auf Henrys Anwesen zu verbringen, fühlt sich Greer wider Willen geschmeichelt und sagt zu. Doch vor Ort wird schnell klar, dass es um weit mehr geht als um eine bloße Jagd auf Hasen und Hirsche. Greer und zwei weitere Jugendliche kämpfen schon bald um ihr Überleben in der Wildnis. Und die Jagd ist erst der Anfang.

Meine Meinung:

Da ich mich schon seit der Frankfurter Buchmesse auf dieses Werk hier gefreut habe, waren die Erwartungen sehr hoch. Glücklicherweise wurden sie zum größten Teil erfüllt, sodass ich diesen Pageturner an einem Wochenende verschlungen habe. Tolles Setting, spannender Schreibstil, außergewöhnliche Charaktere – hier passt (beinah) alles.

Wir bekommen diese packende Geschichte aus Sicht der Protagonistin Greer erzählt und ich könnte mir niemand besseren Vorstellen, der als Erzähler auftreten könnte, denn Greer ist so herrlich nüchtern, dass man praktisch unvoreingenommen an die Story herantreten kann. Theoretisch hätte uns jeder erzählen können, was an diesem Wochenende passiert ist und doch ist es so wichtig, die Worte aus dem Mund von Greer zu hören. Generell hat mich der Schreibstil sehr gefesselt und dafür gesorgt, dass ich die erste Hälfte in einem Rutsch gelesen habe. Ich glaube, dass es die Beschreibungen der Umgebung waren, die mich am meisten interessiert haben. Longcross ist praktisch vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht und konnte mich richtig begeistern.

Am schwersten habe ich mich mit der Protagonistin getan. Ich weiß nicht mal genau, warum. Lange habe ich darüber nachgedacht und kam dann zu dem Schluss, dass es an der Abwesenheit von Gefühlen liegt. Gerade diese Nüchternheit beim Erzählstil – die mir eigentlich imponiert – macht es mir unmöglich, einen Zugang zu Greer zu bekommen. Bei so einer packenden und auch wirklich nachdenklich machenden Geschichte möchte man ja mit den Charakteren mitfühlen, sich in sie hineinversetzen und mit ihnen lachen/weinen/schreien. Bei den Nebencharakteren hat das auch super geklappt, nur in Greer konnte ich mich einfach nicht hineinversetzen. Am Anfang dachte ich, dass sie einfach nur zynisch ist und vor dem Leben resigniert hat. Das muss man aber im Verlauf der Story revidieren. Sie lässt mich einfach ein Stückweit ratlos zurück.

Die Nebencharaktere sind super gelungen. Jeder hat seine Rolle zu spielen und bei den meisten kann man erst mal gar nicht so recht hinter die Fassade schauen, was ich als überaus gelungen empfunden habe. Diese Tatsache unterstützt das Katz-und-Maus-Spiel nur noch mehr und man weiß überhaupt nicht, wem man vertrauen kann und wem eben nicht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Wer verhält sich eher neutral? Gibt es überhaupt ein neutral oder muss man sich für eine Seite des Spiels entscheiden?

Der zweite Punkt, der mich etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass wir schon am Anfang des zweiten Kapitel verraten bekommen, wer denn nun am Ende stirbt. Das hat mir persönlich etwas die Überraschung vermiest und ich war mir auch nicht sicher, ob ich die restliche Geschichte als spannend empfinden könnte, wenn doch schon klar ist, auf was das ganze hinausläuft. Aber hey, ich kann euch beruhigen, der Schreibstil ist so fesselnd, dass man das Buch nicht weglegen kann. Auch die ein oder andere Wendung sorgt dafür, dass man immer am Ball bleibt und letztendlich eine spannende Lektüre genießen kann.

Die Thematik war für mich aber der ausschlaggebende Punkt, weshalb ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Der Untertitel (Neun Jugendliche. Drei Tage. Ein Opfer.) hat mich einfach gepackt und nicht mehr losgelassen. Wer sich für dieses Buch entscheidet, sollte aber wissen, dass das Jagdthema wirklich im Mittelpunkt steht und wir einiges darüber lernen. Auch sollte man nicht zartbesaitet sein, was das Töten von Tieren angeht, denn hier gibt es einige sehr detaillierte Szenen.

Besonders gut hat mir die „Lehre“ aus dieser Story gefallen. Das zwei Schichten-System zwischen Elite und Unterschicht. Die Geschichte macht einen nachdenklich und zeigt einem ganz klar, wer hier am Ende der Nahrungskette steht und wer nicht. Was man haben muss, um dazu zu gehören und was mit denen passiert, die anders sind – die nicht privilegiert sind. Hier hatte ich die ein oder andere Gänsehaut, weil der Roman sehr realistisch darstellt, wo der Platz eines jeden Charakters ist.

Trotz meiner Zugangsschwierigkeiten zur Protagonistin hatte ich sehr schöne Stunden mit dieser Geschichte und würde sie jedem empfehlen, der ein fesselndes Buch lesen möchte, das darüber hianus noch über ein traumhaftes Setting (altes Herrenhaus inklusive Wäldern, Wiesen, Seen und Berge) verfügt.

Bewertung: 4/5 Sterne


[Rezension] Traci Chees „Das Meer aus Tinte und Gold“

Grunddaten:

Autor: Traci Chee

Titel: Das Meer aus Tinte und Gold (1)

Hardcover: 480 Seiten

ISBN: 978-3551583529

Verlag: Carlsen

 

Klappentext:

Seit Sefias Vater ermordet wurde, kämpft sie mit ihrer Tante Nin ums Überleben. Aber dann wird Nin entführt und die einzige Spur zu ihr ist ein Buch: ein scheinbar nutzloser Gegenstand in einem Land, in dem fast niemand um die Existenz des geschriebenen Wortes weiß. Doch kaum berührt Sefia das makellose Papier, spürt sie eine magische Verbundenheit und lernt die Zeichen zu deuten. Sie führen sie nicht nur auf eine gefährliche Reise, sondern auch an die Seite eines stummen Jungen, der selbst voller Geheimnisse steckt. Gemeinsam wollen sie Nin finden – und den Tod von Sefias Vater rächen.

Meine Meinung:

Mit „Das Meer aus Tinte und Gold“, dem ersten Teil einer neuen High-Fantasy-Jugendbuch-Reihe, hat die Autorin quasi einen Volltreffer bei mir gelandet. Sie beschreibt ein tolles Setting, glaubwürdige Charaktere und versteht es, den Leser zu fesseln.

Zunächst muss ich aber mal die tolle Aufmachung und die Specials erwähnen. Dieses Buch kann man förmlich entdecken. Nicht nur der gold-glänzende Umschlag ist ein Hingucker, nein, auch beim Inhalt muss man teilweise zweimal hinschauen. Hier gibt es einiges „zwischen den Zeilen“ zu entdecken (man beachte auch den Hinweis auf Seite 1). Einfach großartig, das macht Spaß!

Wie jede gute Es-war-einmal-Geschichte, bekommen wir auch diese von einem allwissenden Erzähler nähergebracht. Das hat zum Vorteil, dass wir nicht nur die Gedanken der Protagonistin Sefia besser verstehen können, sondern dem stummen Jungen Archer überhaupt eine Stimme verliehen wird. Für mich war der Aufbau des Buchs etwas Besonderes, weil die klassisch-nummerischen Kapitel immer wieder durch Geschichten in der Geschichte oder diverse Informationen unterbrochen wurden. Auch die Beschreibungen der Autorin haben mich vollkommen überzeugen können. Sie hat mich in ein mittelalterliches Setting entführen können, das für mich nicht nur glaubhaft war, sondern auch einladend – hier hätte ich gerne noch länger verweilt.

Sefia hat für mich alle Attribute einer starken Protagonistin mitgebracht. Sie hatte stets einen Plan, wusste, was sie wollte und wofür sie einstand und hat ihre zwischenmenschlichen Beziehungen immer über ihre eigenen Bedürfnisse gestellt. Dabei hat sie sich nie verraten. Deshalb war sie vermutlich auch so authentisch und glaubhaft. Sefia war mir von der ersten Seite an sympathisch und ich habe mich wahnsinnig gerne mit ihr auf die Reise durch Kelenna gemacht. Auch Archer ist ein positives Beispiel für Charakterdesign. Seine Handlungen sind durchdacht und man merkt, dass seine Vergangenheit nicht einfach ist. Das ist besonders gelungen, da er stumm ist und sich nicht so artikulieren kann, wie andere Charaktere es tun würden. Archer ist eine Person, die man auch im realen Leben gerne als Freund hätte, da er unglaublich freundlich und beschützerisch ist.

Die Nebencharaktere habens ich perfekt ins Geschehen eingefügt und ihre Rollen weitgehend ausgefüllt. Sie haben Sympathien oder Antipathien geweckt, wie sie es auch sollten. Große Überraschungen wurden hier nicht bereitgehalten, aber das war für mich ok, weil Sefia und Archer so vielschichtig waren, dass ich hier nichts vermisst habe.

Das Buch steigt mitten in der Geschichte ein, allerdings muss ich sagen, dass ich mich sehr gut in der Welt Kelennas zurechtgefunden habe. Die Spannung wird generell hochgehalten, weil immer wieder interessante Dinge oder überraschende Wendungen auf den Leser zukommen. Der einzige Minikritikpunkt geht an das Ende. Hier wurde dann plötzlich alles etwas beschleunigt, wobei ich das Tempo im restlichen Buch eigentlich angenehm fand. Mir war klar, dass nicht alle Fragen geklärt sein würden, da es ja eine Fortsetzung gibt, aber wenigstens ein oder zwei offene Themen hätte ich mir doch als abgeschlossen gewünscht.

Für mich ein fantastischer Einstieg in Sefias und Archers Geschichte. Eine zarte Liebesgeschichte, viel Magie und Abenteuer und eine rasante Verfolgungsjagd mit einem bestimmten Ziel. Ich würde am liebsten sofort Band 2 lesen und hoffe, dass uns der Verlag nicht allzu lange warten lässt.

Bewertung: 4,5/5


[Rezension] Rainer Wekwerth & Thariot „Pheromon“

Grunddaten:

Autor: Rainer Wekwerth & Thariot

Titel: Pheromon – Sie riechen dich

Broschiert: 416 Seiten

ISBN: 978-3522505536

Verlag: Planet!

 

Klappentext:

Stell dir vor, du bist siebzehn Jahre alt. Du stehst vor dem Spiegel und entdeckst in deinen Augen einen goldenen Schimmer, der vorher nicht da war. Aber das ist nicht alles. Plötzlich kannst du die Gefühle der Menschen riechen, brauchst keine Brille mehr und löst die schwierigsten Matheaufgaben im Kopf.
Irgendwie cool.
Irgendwie verstörend.
Noch während du dich fragst, was mit dir los ist, beginnt ein Abenteuer ungeahnten Ausmaßes. Ein Kampf um das Schicksal der ganzen Welt – und du bist mittendrin.

Meine Meinung:

Für mich schon das erste Highlight, obwohl das Jahr gerade erst angefangen hat. Einschlägige Charaktere, Spannung, die kaum zu überbieten ist und ein Plot, der nicht mehr Twists haben könnte. Einfach grandios!

Was ich hier zunächst mal betonen möchte: Auch wenn der Preis für die broschierte Version des Buchs eher im oberen Segment liegt, lohnt es sich doch auf jeden Fall, dieses zu erwerben, denn der Schnitt ist nicht nur im gleichen Grün, wie auf dem Cover zu sehen, eingefärbt, nein, auch das Wort „Pheromon“ ist zu lesen und somit ist diese Lektüre ein echter Hingucker in jedem Regal.

Wir bekommen diese außergewöhnliche Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitachsen erzählt. Zum einen haben wir den Protagonisten Jake, der im Jahr 2018 agiert und sich mit den typischen Dingen eines Teenagers herumschlagen muss. Auf der anderen Seite haben wir Dr. Travis Jelen, der sich im Jahr 2118 ganz anderen Problemen stellen muss. Die Story an sich wird aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers dargelegt, was den Vorteil hat, dass man sich in alle Charaktere hineinversetzen kann. Darüber hinaus ist der Schreibstil einfach so fesselnd, dass ich das Buch praktisch in einem Rutsch verschlungen habe. Gerade durch die aktiven Perspektivenwechsel ist die Geschichte sehr dynamisch und wird zu keine Zeitpunkt langweilig.

Jake hat mir sehr gut gefallen, weil sich die Autoren super in ihn hineinversetzt haben und seine Motive so gut herausgearbeitet haben, dass er für mich durchweg glaubhaft und sympathisch erschien. Ich habe seine Perspektive gerne gelesen, weil er kein perfekter Held ist, sondern eigentlich einige Probleme hat. Gerade dieses Nicht-Perfekt-Sein macht ihn zu etwas Besonderem und vor allem zu einem authentischen Mensch, dem man mit seinem Mitgefühl beistehen möchte. Aber auch Travis kann viele Sympathien wecken, weil er eigentlich eine gescheiterte Existenz ist. Mit seinen über sechzig Jahren ist auch er ein untypischer Protagonist. Noch dazu kommt seine Vergangenheit, die ihn immer noch verfolgt und wirklich dramatisch ist. Hier haben die Autoren bei beiden voll ins Schwarze getroffen, denn sie sind einfach grandios herausgearbeitet – besonders was die psychischen Aspekte anbelangt.

Auch die Nebencharaktere können glänzen, denn egal ob Gut oder Böse, jeder erledigt hier seinen Job und ist glaubhaft. So eine geballte Authentizität habe ich schon lang nicht mehr erlebt und möchte es deswegen noch mal besonders herausheben. Auch wenn manche Personen nur einen kurzen Gastauftritt haben, kann man sie doch teilweise schon ins Herz schließen und mit ihnen mitfühlen. Das ist für mich ein sehr positiver Punkt.

Dieses Buch hat definitiv Fingernägel-Knabber-Faktor! Wir werden nicht nur durch den Wechsel der Zeitachsel voll auf Spur gehalten, nein, auch die vielzähligen Twists und unvorhersehbaren Entwicklungen lassen den Leser einfach nicht los. Ich wusste bis wenige Seiten vor Ende nicht, auf was das Ganze hinausläuft und auch als dann auf den letzten 100 Seiten endlich aufgedeckt wurde, um welche Gegner es sich tatsächlich bei dieser Geschichte handelt (ich kann hier leider nichts sagen, sonst würde ich spoilern), war ich mehr als überrascht, denn das habe ich wirklich nicht kommen sehen. Zu sagen bleibt eigentlich nur: eine megaspannende Story, die viele Überraschungen parathält!

Was mich an diesem Buch besonders gereizt hat, war die Thematik. Eine Mutation bei verschiedenen Menschen, die Ausprägung diverser Fähigkeiten … Das hat bei mir eine gewisse Vorstellung ausgelöst und das Gedankenkarussell war sofort angestoßen. Dass ich bei dieser Story mehr auf meine Kosten kommen würde, als ich gedacht hatte, ist natürlich ein Bonus. Die Autoren haben das Thema so glaubhaft umgesetzt, dass ich jetzt im Nachgang noch eine ganze Weile darüber nachgedacht habe und man wirklich das Gefühl hatte, dass so etwas der Menschheit tatsächlich in Zukunft passieren könnte. Beklemmend und faszinierend zugleich.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass der einzige Haken darin besteht, dass das Ende relativ offen bleibt und man am liebsten sofort den nächsten Teil lesen möchte, so gefesselt war ich tatsächlich. Super Job, den die Autoren hier erledigt haben!

Bewertung: 5/5


[Rezension] Amy Baxter „Forever next to you – Eric & Joyce“

Grunddaten:

Autor: Amy Baxter

Titel: Forever next to you (2)

Taschenbuch: 280 Seiten

ISBN: 978-3741300622

Verlag: beHEARTBEAT

 

Klappentext:

Eine Nacht ist nicht genug.

Es war nur ein One-Night-Stand. Noch nicht mal: eine schnelle Nummer nach einem Konzert. Zugegeben, die unvergesslichste Nummer ihres Lebens. Nie hätte Joyce gedacht, dass sie ihn so bald wiedersieht. Eric. Ausgerechnet bei ihrem neuen Auftraggeber. Denn Eric ist Tätowierer, genau wie Jake, in dessen neuem Studio in San Francisco sie zwei riesige Wandbilder malen soll. Und als wäre die Situation nicht unangenehm genug, lässt Eric keine Möglichkeit unversucht, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen…

Meine Meinung:

Die Geschichte von Eric & Joyce ist der zweite Band der San Francisco Ink-Reihe, die sich rund um das Tatoostudio „Skinneedles“ dreht. Im ersten Teil haben wir den Besitzer Jake und dessen Liebesgeschichte kennenlernen dürfen, in dieser Lektüre dreht sich alles um seinen neuen Mitarbeiter Eric und die Story ist einfach nur hot! Aber auch emotional, lustig und fesselnd.

Wir bekommen diese wunderbare Geschichte abwechselnd aus Sicht von Eric und Joyce erzäht. Dabei sind die Kapitel mit den Namen der beiden überschrieben, damit man immer sofort weiß, wessen Perspektive gerade gelesen wird. Das hat den Vorteil, dass man direkt in die jeweiligen Gedanken eintauchen kann, denn beide Charaktere haben eine bewegte Vergangenheit und sind gerade zu Beginn nicht die mitteilsamsten. Ich mag Bücher, die dem Leser sowohl die Sicht des männlichen als auch des weiblichen Protagonisten aufzeigt. So kann man sich gleich doppelt so gut in die Geschichte hineinversetzen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und fesselnd zu lesen. Die Story wird wieder um eine Playlist sowie teilweise von Songtexte ergänzt und aufgelockert.

Joyce hat mir als Hauptdarstellerin sehr gut gefallen, weil ich ebenfalls eine Freundin habe, die Künstlerin ist und ich mich so besonders gut in sie hineinversetzen konnte. Ihr Charakter ist außerdem äußerst stark. Das weiß man spätestens dann, wenn sie Details über ihre Vergangenheit offenbart hat, denn die ist alles andere als einfach gewesen. Aber auch Eric konnte mich überzeugen, denn hinter jeder harten Schale steckt doch ein weicher Kern und Eric ist das beste Beispiel hierfür! Trotz aller Anfangsschwierigkeiten sind sie ein supersüßes Paar und sind durch ihre tiefen Emotionen füreinander überaus glaubwürdig und authentisch. So muss es sein.

Auch die Nebencharaktere sind gelungen. Das liegt zum Teil daran, dass ich es liebe, abgeschlossene Liebesgeschichten zu lesen, in denen in den weiteren Bände wieder alte Freunde auftauchen. So ist es auch hier mit Carrie, Jake und Nolan oder Olivia. Ich habe die vier bereits in deren Story ins Herz geschlossen und es macht Spaß, deren Entwicklung zu beobachten und teilweise neue Informartionen zu erhalten.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir die erste Hälfte von der Spannung her wesentlich besser gefallen hat. Es hat mich gefesselt, zu erfahren, was Joyce in der Vergangenheit alles durchgemacht hat. Auch Eric schleppt so einige Geheimnisse mit sich herum. Aber nachdem das dann geklärt war, war die restliche Story leider ein bisschen vorhersehbar und das hat mir die Neugier zum Teil genommen. Zwar gibt es auch im letzten Drittel noch einige Wendungen, aber die erste Hälfte ist bedeutend spannender.

Die Lovestory ist nicht kitschig, sondern überaus erwachsen. Es geht um Probleme, die sich zwar teilweise seit der Jugend der Protagonstin durchziehen, aber die eben die Gegenwart derer geprägt haben. Ein paar explizig heiße Szenen sind erhalten, die aber sehr geschmackvoll geschrieben sind und dem Leser mächtig einheizen. Ansonsten sage ich nur: Emotionen, Emotionen und noch mehr Emotionen.

Was mir an der Frisco-Ink gefällt, sind die Fakten zur Stadt, bzw. dass man sich wirklich wie in einem San Francisco-Urlaub fühlt. Das Feeling ist unglaublich authentisch und man spürt, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Ich freue mich deshalb auch schon auf den dritten Teil der Reihe.

Insgesamt ein toller zweiter Band, der vor allem mit seinen gelungenen Charakteren überzeugen konnte und ein Gefühl von Nach-Hause-Kommen erzeugt hat, das eine wirklich gute Buchreihe ausmacht. Weiter so – wir wollen mehr „Skinneedles“-Romane!

Bewertung: 4,5/5


[Rezension] Susanne Kliem „Das Scherbenhaus“

Grunddaten:

Autor: Susanne Kliem

Titel: Das Scherbenhaus

Klappbroschur: 336 Seiten

ISBN: 978-3570585665

Verlag: carl’s books

 

Klappentext:

Carla Brendel wird seit Monaten von einem Stalker verfolgt, der ihr Fotos mit bedrohlichen Motiven schickt: Menschliche Haut. Ein Messer. Wunden. Aus Angst vor dem Fremden flüchtet sie aus ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland zu ihrer Halbschwester nach Berlin. In Ellens luxuriöser Wohnanlage „Safe Haven“, die mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet ist, fühlt sie sich beschützt. Doch kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Ein tragischer Unfall? Oder wissen die anderen Hausbewohner mehr, als sie sagen? Carlas Zweifel wachsen. Sie bleibt und sucht nach der Wahrheit. Dabei merkt sie schnell, dass im „Safe Haven“ ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Und es tödlich enden kann, wenn man zu viele Fragen stellt …

Meine Meinung:

Mit „Das Scherbenhaus“ legt uns die Autorin einen perfide durchdachten Psychothriller vor, der nicht nur mit seinen glaubhaften Chrakteren bestechen kann, sondern auch mit seiner tollen Hintergrundstory.

Wir bekommen diese Geschichte aus Sicht eines allwissenden Erzählers nähergebracht. Die Kapitel sind klassisch-nummerisch angeordnet und die Erzählweise verläuft linear. Der Schreibstil war schön flüssig und fesselnd, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Auch die Beschreibungen waren so plastisch, dass ich mir die Umgebung super vorstellen konnte. Trotz allem war bei den Details aber auch noch Freiraum für eigene Vorstellungen, was ich positiv hervorheben möchte.

Carla hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, weil sie eine ganz normale Person ist. Sie hätte auch du oder ich sein können, was die Situation greifbarer und besser vorstellbar macht. Sie ist sehr überlegt in ihren Handlungen, verliert dabei aber nicht ihre Intuition und emotionale Seite. Für mich eine perfekte Mischung. Sie war zu jedem Zeitpunkt authentisch und ich konnte ihr Tun nachvollziehen.

Auch die Nebencharaktere sind super dargestellt worden. Besonders die Bewohner von Safe Haven sind psychologisch sehr ausgefeilt. Nicht immer ist der erste Eindruck der richtige und genau das hat mich letztendlich überzeugen können. Die Überraschungen, die die Autorin im Bereich des Charakterdesigns parat hält, sind superspannend. Hier muss ich ein großes Kompliment aussprechen.

Besonders spannend fand ich den Aspekt des denkenden Hauses. Obwohl es eigentlich nur beiläufig mit der Geschichte verwoben ist, hat es doch Fragen bei mir aufgeworfen und mich zum Nachdenken angeregt.

Der einzige Kritikpunkt geht an die Spannung zu Beginn. Ich konnte mich zwar sofort in die Story eindenken und hab mich gut zurechtgefunden, allerdings ist die Spannung (also im Bereich Thriller) etwas auf sich warten lassen. Den psychologischen Aspekt blieb teilweise ganz aus, was ich schade fand. Hier hätte man noch ein paar gruselige Details ausarbeiten können, was die Gänsehautmomente gesteigert hätte.

Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen. Ich wurde mit Spannung, Rätseln und Vergangenheitsbewältigung bestens unterhalten. Starke Charaktere und eine tolle Hintergrundstory sorgen für fesselnde Lesestunden. Sicher nicht das letzte Buch der Autorin, denn ihr Schreibstil hat mich angefixt.

Bewertung: 4/5


[Blogtour] Hannah Siebern „Schneezauber“

Hallo und herzlich willkommen zur Blogtour vom überaus winterlichen „Schneezauber“ von Hannah Siebern!

Ich mache es kurz und schmerzlos, denn bei mir gibt es heute was für alle Sinne … na ja, außer der Geschmackssinn vielleicht 😉 Und riechen tun meine Videos auch nicht unbedingt xD Aber ich darf euch heute aus den ersten beiden Kapiteln des Buches vorlesen und möchte euch auch gar nicht länger auf die Folter spannen!

Zum Video geht es hier entlang: https://youtu.be/udQMh1Kk4xU

Falls ihr euch auch andere Beiträge der Tour anschauen wollt, so könnt ihr bei Sabrina zum Beispiel ein paar Rezepte passend zum Thema finden oder euch bei Manja von ein paar Zitaten verzaubern lassen.

Was wäre eine Blogtour ohne Gewinnspiel? Auch bei mir könnt ihr heute ein Los sammeln, dazu müsst ihr einfach folgende Frage in den Kommentaren beantworten:

Würdet ihr an Katies Stelle in der Firma bleiben oder was würdet ihr tun, um euren Leonard in den Griff zu bekommen?

Die Gewinne:

 

Teilnahmebedingungen:

– Das Gewinnspiel läuft während der Blogtour und endet am 15.11.17 um 23:59 Uhr!
– Der Gewinner wird am 16.11.17 auf www.hannahsiebern.de bekannt gegeben!
– Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten!
– Teilnehmer erklären sich im Gewinnfall bereit, dass der Name öffentlich genannt wird!
– Mehrfache Teilnahme führt zum Ausschluss von Gewinnspiel!
– Keine Barauszahlung der Gewinne möglich!
– Keine Haftung für den Postversand!
– Gratis Versand nur innerhalb Deutschlands möglich!
– Die Adresse wird nach Auslosung des Gewinnspiels gelöscht!
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!
– Der Gewinner hat 3 Tage Zeit, sich zu melden. Ansonsten wird neu ausgelost!


[Blogtour] Juliane Seidels Nachtschatten-Trilogie

 

Hallo und herzlich willkommen zur Blogtour der Nachtschatten-Reihe von Juliane Seidel!

Bei mir bekommt ihr heute was auf die Ohren und für die Augen 😉 Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit meiner Lesung aus dem ersten Teil der Trilogie.

Zum Video geht es hier entlang: https://youtu.be/659BTiFlfAM

 

Wer die Reihe schon kennt oder vielleicht die Chance nutzen möchte, noch einzusteigen, kann sich auch auf Lovelybooks noch für die Leserunde bewerben *klick here*

Allgemeine Informationen gibt es auch in unserem Fahrplan zur Blogtour, hier könnt ihr alle Beiträge in der Übersicht sehen und tiefer in das Universum der Trilogie eintauchen.

Was wäre eine Blogtour ohne Gewinnspiel? Auch bei mir könnt ihr heute ein Los sammeln, dazu müsst ihr einfach folgende Frage in den Kommentaren beantworten:

Wie würdet ihr mit Adrian verfahren, nachdem er diese Aktion währen der Prüfung abgezogen hat (schaut euch das Video an ^^)? Ihn für immer ignorieren? Zur Rede stellen? Oder gar ganz andere Seiten aufziehen? Und warum? Bitte begründet eure Antwort.

Die Gewinne:
Platz 1: 1x ein Printbuch-Set mit Band 1-3 (+ eBook „Fuchsgeister“Wunschformat angeben)
Platz 2: 1x Band 1 als Taschenbuch + Band 2,3,und Fuchsgeister als eBook (Wunschformat angeben)
Platz 3-5: je 1 x ein eBook Set “Nachtschatten”

 

Teilnahmebedingungen:
Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden (diese könnt ihr ***hier*** nachlesen).

[Rezension] Claudia Pietschmann „Cloud“

Grunddaten:

Autor: Claudia Pietschmann

Titel: Cloud

Hardcover: 368 Seiten

ISBN: 978-3401603490

Verlag: Arena

 

Klappentext:

Emma ist verliebt: Paul versteht sie wie kein anderer, seit ihr kleiner Bruder verstorben ist. Die beiden haben sich zwar noch nie getroffen, aber online teilen sie alles miteinander. Paul will alles über sie wissen und Emma schneidet bereitwillig ihr ganzes Leben für ihn mit. Immer wieder fallen ihm Überraschungen ein, die er ihr über das Internet per Knopfdruck schickt. Aber die netten kleinen Gefallen, die Paul ihr tut und ihr Leben schöner machen, bekommen bald einen bitteren Beigeschmack. Denn für Paul scheint Emma das einzige Fenster zur Welt zu sein. Ihrem Wunsch, sich endlich zu treffen, weicht er aus. Was ist los mit Paul – und gibt es ihn überhaupt?

Meine Meinung:

Mit „Cloud“ legt uns die Autorin einen brandaktuellen Roman vor, der darüber hinaus noch als Warnung an alle verstanden werden kann, die zu viel von sich im Internet preisgeben. Glaubwürdige Charaktere treffen auf eine perfide Story – von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!

Wir bekommen diesen emotionalen Roman aus Sicht der Protagonistin Emma erzählt, was ich überaus gelungen fand, weil man nur so verstehen kann, was Emma gerade durchmacht. Wir erhalten einen exklusiven Einblick in ihre Gedanken und können so nachvollziehen, warum sie Paul mag und wie sie die Trauer um ihren Bruder verarbeitet. Dabei hat der fesselnde Schreibstil dazu beigetragen, dass ich das Buch quasi in einem Rutsch verschlungen habe. Man musste einfach immer weiterlesen und konnte gar nicht aufhören. Hier erstmal ein großes Lob an die Autorin. Auch dafür, dass sie mit dem sensiblen Thema Trauer so großartig umgegangen ist. Jeder, der selbst schon mal einen Menschen verloren hat, kann sich bestens in Emma hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen.

Emma hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie verhält sich wie eine typisch 16-jährige, hat eine dem Alter entsprechende Sprache und kommt so beim Leser überaus sympathisch an. Oftmals hab ich sie am liebsten schütteln wollen, aber dann habe ich mir wieder bewusst gemacht, dass ich in diesem Alter vermutlich die gleichen Dummheiten begangen hätte. Zumal sie in Paul verliebt ist – da sind die Entscheidungen ja ohnehin nicht immer ganz rational.

Bei Paul hatte ich von Anfang an ein zwiegespaltenes Gefühl, aber ich denke mal, dass das Absicht ist. Aber auch er ist in sich rund und wenn man bis zum Schluss liest, ergibt sich noch mal ein ganz anderes Bild von ihm. Matt hingegen habe ich vom ersten Auftritt an in mein Herz geschlossen und sofort als meinen Lieblingscharakter auserkoren. Er ist total individuell, verhält sich so vollkommen anders als seine Klassenkameraden und macht einfach sein eigenes Ding. Solche Typen mag ich.

Die Spannung war eigentlich durchgängig vorhanden. Vor der Hälfte lässt die Autorin auch schon die erste Bombe platzen, die einen dann noch mal zusätzlich zum Lesen auffordert – immerhin möchte man ja wissen, auf was das Ganze hinausläuft. Einzig das Ende lässt mich so halb unbefriedigt zurück. Hier hätte ich mir einen klaren Abschluss gewünscht, aber das liegt auch daran, dass ich prinzipiell keine offenen Enden mag.

Die Thematik könnte wohl aktueller nicht sein, weshalb mich diese Lektüre auch in ihren Bann gezogen hat. Ich finde es extrem wichtig, gerade bei Jugendlichen, mehr Aufklärung zum Thema Internet und die Sicherheit in diesem zu betreiben. Hier kann wirklich viel schiefgehen. Gerade in einem Zeitalter, wo alles immer digitaler wird. Der leichte Fantasy-/Mysterytouch hat mich erstmal die Sturn krausziehen lassen, aber bei intensiverer Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es hoffentlich auch in Zukunft ein solcher Aspekt bleiben wird und niemals Realität werden wird.

Ein gelungenes Jugendbuch, das ich wirklich gerne gelesen hätte. Ob man es allerdings mit 12 Jahren schon in seiner vollen Tragweite versteht, weiß ich nicht. Ich würde es eher bei 14/15 Jahren empfehlen.

Bewertung: 4,5/5 Sterne