[Bericht] „Dark Web“-Lesung mit Veit Etzold am 14.03.2017

Am Dienstag war es endlich so weit: Die Lesung mit Veit Etzold fand in der Villa Clementine in Wiesbaden statt. Mein Mann und ich haben uns schon seit einer Weile auf dieses Event gefreut, da das Thema das Buchs „Dark Web“ doch ein heikles ist und ich mehr darüber erfahren wollte.

Um 19.30 Uhr ging es los. Bleitet wurde die Lesung vom HR2-Moderator Alf Haubitz, der durch das Programm führte.

Um mir Appetit auf das Buch zu holen, sind wir zur Lesung gegangen (das Buch steht bereits in meinem Bücherregal und wartet darauf, von mir verschlungen zu werden).

Da das Thema „Dark Web“ für mich neu ist, war die Lesung überaus spannend für mich. Veit Etzold versteht es, von seinen Themen zu berichten und Interesse beim Leser zu wecken. Dabei wurde das Programm durch ein paar unterhaltsame Annekdoten oder diverse Seitenhiebe auf die Gesellschaft und Politik aufgelockert.

 

 

Der Gedanke daran, dass ein Menschenleben mit nur 10.000€ ausgelöscht werden kann und wir alle der Willkür ausgesetzt sind, ist sehr befremdlich. Unglaublich, was man alles im Dark Web erstehen kann – besonders im Bereich der Dienstleistungen.

Eigentlich aus dem positivem Gedanken vom US-Militär geboren, um diverse Aktivitäten im Internet zu überwachen, hat sich diese Ursprungsidee schnell gewandelt.

Für mich war es sowohl ein unterhaltsamer Abend, als auch ein sehr informativer. Durch drei Szenen, die aus dem Buch gelesen wurden, wurde ich neugierig auf das Buch gemacht, aber ebenso hat es mich auch erschüttert, was dort alles in den dunkelsten Ecken des Internets zu erstehen ist …


[Rezension] Angela Mohrs „Ada“

Grunddaten:

Autor: Angela Mohr

Titel: Ada

Hardcover: 360 Seiten

ISBN: 978-3401601120

Verlag: Arena

 

Klappentext:

Ohne das Dorf gibt es kein Überleben. Draußen lauert das Verderben, und nur im Dorf bist du sicher. Das ist es, woran Ada glaubt – bis Lucaauftaucht und alles in Frage stellt. Von ihm erfährt Ada: Ihr totgeglaubter Bruder Kassian lebt! Zusammen mit Luca bricht sie jede Regel, die das Dorf jemals aufgestellt hat. Schließlich geht Ada bis zum Äußersten:Sie flieht aus der Gemeinschaft. Sie will ihren Bruder finden. Doch erträgt sie die Wahrheit, die sie jenseits des Dorfes erwartet?

Meine Meinung:

„Ada“ ist ein realistisches Jugendbuch, das nicht nur durch sehr authentische Charaktere überzeugen kann, sondern auch noch eine ernste Hintergrundstory bietet, die mich vollkommen überzeugen konnte.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert und wechselt immer wieder zwischen den Perspektiven in der direkten Ich-Form, was durch Nennung der Namen in der Überschrift erfolgt. Dieser Wechsel zwischen den Charakteren war sehr gut gelungen, weil man so immer das Eindruck hatte, direkt in die Gefühlswelt der einzelnen Personen eintauchen zu können. Gerade bei Ada hat das Sinn gemacht, da sie eine für sich vollkommen neue Welt entdecken muss und wir dies so ungefiltert miterleben. Der Schreibstil ist absolut fesselnd, denn ich habe das Buch praktisch nicht aus der Hand legen können.

Ada hat mir als Protagonisten sehr gut gefallen, weil ich sie direkt ab der ersten Szene in mein Herz schließen konnte. Sie ist einfach echt und authentisch. Man nimmt ihr jedes Wort und jede Handlung ab, ohne weiter darüber nachzudenken. Ada macht wohl auch die größte Wandlung im Verlauf der Story mit. Dabei geschieht dies zunächst einmal schleichend und wird dann klarer. Ich konnte vollkommen in ihre Geschichte ziehen lassen und habe mich mit Ada zusammen auf eine Reise begeben können. Diese Fähigkeit habe ich bisher nur bei wenigen Charakteren feststellen können, aber hier muss ich ein dickes Lob an die Autorin aussprechen. Luca hat einen guten Gegenpol zu Ada gebildet, wobei sich dass ab einem gewissen Punkt geändert hat, da sich rausstellt, dass die beiden doch nicht so verschieden sind. Beide haben ihr Päckchen zu tragen und sind ganz bestimmt nicht perfekt.

Auch bei den Nebencharakteren hat ein wirklich gutes Charakterbuilding stattgefunden, was vor allem auf die Personen im Dorf zutrifft. Ich konnte mir diese Gemeinschaft tatsächlich vorstellen und habe den Leuten ihre jeweilige Rolle abkaufen können. Dabei wurde der Fokus noch nicht mal großartig auf irgendwelche Fakten aus der Vergangenheit gelegt, sondern wir habens die Leute ganz echt im Hier und Jetzt kennenlernen dürfen.

Die Spannung war durchgängig vorhanden, was – wie schon erwähnt – dazu geführt hat, dass ich das Buch praktisch nicht aus der Hand legen durfte. Wir bekommen mehr als eine Überraschung und Wendung geboten und selbst wenn das nicht gewesen wäre, hätte mich die Autorin allein durch Adas Geschichte fesseln können, weil man einfach wissen möchte, wohin sie ihr Weg führt.

Da das Buch teilweise auf den Erfahrungen der Autorin beruht, ist das Hintergrundthema gleich doppelt emotional. Zum einen hat mich Adas Einzelschicksal unglaublich berührt und zum anderen ist das Thema an sich sehr ernst. Man denkt immer, dass solche christlichen Sekten nur in Amerika oder ganz weit weg bestand haben, aber nein, Frau Mohr führt uns vor Augen, dass es solche Gruppierungen durchaus auch direkt vor unserer Haustür in Deutschland gibt und das Thema, weil es unbequem ist, viel zu oft totgeschwiegen wird.

Ich konnte mich vollkommen auf diesen emotionalen, dramatischen, offenlegenden und fesselnden Roman einlassen, weil ich bereit dazu war, mit auf Adas Reise zu gehen. Für mich eine klare Leseempfehlung und eine Geschichte, die ich auch in Zukunft noch gerne weiterempfehlen werde.

Bewertung: 5/5 Sterne


Rezension zu Corina Bomanns „Das Mohnblütenjahr“

Grunddaten:

Autor: Corina Bomann

Titel: Das Mohnblütenjahr

Taschenbuch: 496 Seiten

ISBN: 978-3548286679

Verlag: Ullstein

 

Klappentext:

Nicole Schwarz ist allein bei ihrer Mutter aufgewachsen. Schon immer hat sie sich eine große Familie gewünscht. Umso mehr freut sie sich über ihre Schwangerschaft. Doch dann erfährt sie, dass ihr Baby mit einem Herzfehler zur Welt kommen wird – die Folge einer Erbkrankheit. Voller Fragen fährt Nicole zu ihrer Mutter Marianne an die Mosel. Bei ihr findet sie Trost. Und endlich eine Antwort auf die Frage nach ihrem Vater. Marianne wollte nie über ihn sprechen. Jetzt beginnt sie zu erzählen: vom Aufwachsen in der Nachkriegszeit, von einer großen Liebe zwischen Deutschland und Frankreich und von den Ressentiments, die der Krieg auf beiden Seiten hinterlassen hat. Nicole will verstehen, woher sie kommt und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater …

Meine Meinung:

„Das Mohnblütenjahr“ ist der neuste Roman der Erfolgsautorin Corina Bomann, der mich nicht nur mit seinen starken Protagonistinnen, sondern auch durch seine spannende Erzählweise überzeugen konnte. Eine Geschichte, die Herz und Verstand berührt.

Wir bekommen diese emotionale Story aus zweierlei Sichten erzählt. Zum einen befinden wir uns Dank der Protagonistin Nicole im Hier und Jetzt. Diese Passagen sind in der Ich-Perspektive verfasst, weil es sich ja schließlich um ihre Geschichte handelt. Dann gibt es noch die Kapitel, die von Marianne und der Vergangenheit handeln. Diese sind in der Er-Perspektive geschrieben, weil sie zwar eine wichtige Rolle spielen, aber eben eins sind: vergangen. Insgesamt hat der Wechsel zwischen diesen beiden Zeitebenen perfekt gepasst und die Spannung beim Leser zusätzlich angefacht. Die Sprache ist den jeweiligen Charakteren angeglichen und der Schreibstil locker, aber doch sehr eindringlich.

Nicole hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie zeigt auf der einen Seite ihre Schwächen und gesteht sich diese offen ein und auf der anderen Seite ist sie unglaublich stark, weil sie sich ihren Problemen stellt und nicht davonläuft. Ebenso macht sie eine ziemliche Wandlung durch, die dem Leser durchaus positiv auffällt. Man merkt auch sofort, dass sie und ihre Mutter Marianne aus dem gleichen Holz geschnitzt sind. Gerade Nicoles Mutter wird doppelt beleuchtet, weil wir sie in der Vergangenheit als junge Frau kennenlernen und sie dann als eine vollkommen andere in der Gegenwart antreffen. Da ist es natürlich besonders spannend zu lesen, was zwischen diesen beiden Ereignissen geschehen ist.

Auch bei den Nebencharakteren hat Frau Bomann einen soliden Job erledigt. Egal, um welche Person es sich handelt, sie ist authentisch und individuell. Gerade bei den Personen aus den Rückblicken konnte man den Konflikt aufgrund der deutsch-französischen-Vergangenheit spüren und zum Teil auch nachvollziehen. Hier wächst nicht nur ein Charakter über sich hinaus, was mir unglaublich gut gefallen hat. Die Autorin legt dem Leser glaubhaft vor, warum sich die jeweilige Person so verhält, wie sie es eben gerade tut.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine unglaublich spannende Geschichte. Nicht nur, dass die aktuelle Situation rund um Nicole einige Nerven fordert, nein, gerade die Vergangenheit hat es in sich und hält mehr als eine Wendung für den Leser parat. Auch die historischen Aspekte wurden hier gut mit der Story verwoben, sodass sich ein solides Grundgerüst ergeben hat. Bis auf einige wenige Passagen in der Mitte, die für mich nicht so richtig ins Gesamtkonzept gepasst haben, war der rote Faden durchgängig vorhanden und ich konnte das Buch praktisch nicht aus der Hand legen, weil mich das Schicksal von Marianne so gefangen genommen hat.

Ich würde sagen, dass es sich prinzipiell um einen Familienroman handelt, der auch starke Elemente einer Liebesgeschichte aufzeigt. Ich mag solche Geschichten, bei denen man von Anfang an weiß, dass es ein Geheimnis gibt, das die Protagonistin aus der Vergangenheit mit sich herumschleppt. Auch bei diesem Roman erhalten wir die Auflösung erst ganz zum Schluss, sodass die Spannung für den Leser erhalten bleibt.

Ich war durchaus positiv von dieser Story überrascht, weil mich die jeweiligen Schicksale der Protagonistinnen emotional berührt haben und ich mit beiden in die Vergangenheit abtauchen konnte. Von daher kann ich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung: 4,5/5


[Rezension] Jo Bergers „Kick Off – Fünf Ladies auf Abwegen“

Grunddaten:

Autor: Jo Berger

Titel: Kick Off – Fünf Ladies auf Abwegen

eBook: 277 Seiten

ASIN: B06XBMLM29

Verlag: keiner (Selfpublisher)

 

Klappentext:

Nicht nur Bankerin Carla hat es satt! Vom Verlobten betrogen, vom Chef gemobbt und von Frauenhassern umgeben – Willkommen im Leben von Carla, Susann, Kim, Gerdi und Lucy!
Gerechtigkeit muss her, nur wie? Dem System ein Schnippchen schlagen … Das wäre es! Eine verrückte Idee reift heran und lässt die fünf Frauen nicht mehr los. Plötzlich befinden sie sich mitten in der Planung zu einem Bankraub. Aber haben sie auch das Handwerkszeug dazu?
Dann bringt ein Kinoabend alles durcheinander, und plötzlich merkt Carla: Gefühle lassen sich nicht planen.

Meine Meinung:

Mit „Kick Off“ legt die Autorin einen humoristischen Frauenkrimi vor, der vor allem mit seinen individuellen Charakteren und der gerissenen Hintergrundstory überzeugen kann. Eine tolle Lektüre für jeden, der einen Roman zum Lachen und Schmunzeln sucht.

Die Geschichte ist ganz klassisch in nummerische Kapitel unterteilt. Dabei springt die Autorin nicht nur zwischen diversen Orten, sondern auch zwischen verschiedenen Personen hin und her. Somit ist die Wahl der Er-Perspektive goldrichtig, denn der Leser ist immer direkt mit am Geschehen und kann alles aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Der Schreibstil ist locker gehalten und dem Alter des jeweiligen Charakters angepasst. So bedient sich die burschikose Kim einer ganz anderen Ausdrucksweise als Gerdi – eine Lady durch und durch.

Obwohl wir von fünf Protagonisten sprechen, steht doch Carla ganz klar im Zentrum des Geschehens. Sie hält die Gruppe zusammen, durch sie lernen sich die Frauen letztendlich kennen. Carla konnte mich von der ersten Seite an überzeugen, da sie eine starke Person ist und für ihre Ideale einsteht. Darüber hinaus ist sie dem Leser auch sympathisch, weil sie keineswegs perfekt ist und Fehler macht. Sie hat eine menschliche Seite, die einen anspricht und ist deshalb letztendlich auch authentisch und glaubhaft.

Auch die anderen vier Damen haben sich direkt in mein Herz gebankraubt! Zusammen sind sie eine muntere Truppe, mit der ich viel Spaß hatte und nicht nur den einen oder anderen Lacher genießen durfte, nein, auch tiefsinnige Gespräche und moralische Passagen sind hier Inhalt der Story. Obwohl wir es teilweise mit Stereotypen zu tun haben, hat die Autorin den Charakteren doch eine individuelle Note verliehen, sodass jeder Akteur letztendlich eine Persönlichkeit dargestellt hat. Gerade das Spiel mit den Sympathien bzw. nicht-Sympathien beherrscht die Autorin wahnsinnig gut.

Ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen verschlungen, weil die Story einfach unglaublich spannend ist. Nicht nur möchte man wissen, ob der Coup tatsächlich gelingt, sondern darüber hinaus auch erfahren, wie die einzelnen Schicksale der Damen ineinandergreifen. Mehr als eine Überraschung und diverse Wendungen sorgen dafür, dass man das Buch praktisch nicht mehr aus der Hand legen kann. Der einzige Minikritikpunkt geht an die Zufälle – oder ist es doch die Fügung? -, die mir hier ab einem gewissen Punkt etwas unrealistisch erschienen.

Ansonsten haben wir hier einen gelungenen Genremix aus zartem Liebesroman, spannenden Krimi (teilweise ziemlich blutig) und skuriller Unterhaltungslektüre. Ich habe mich mit dieser Story überaus wohl gefühlt und hoffe, dass ich bald mehr in dieser Richtung von Frau Berger lesen kann!

Bewertung: 4,5/5 Sterne


[Kurzrezension] Nirac Rellums „[W]HOLE-Kids: Ferien auf Tarkanus X“

Grunddaten:

Autor: Nirac Rellum

Titel: [W]HOLE-Kids: Ferien auf Tarkanus X

eBook: 59 Seiten

ASIN: B01N5ROBSY

Verlag: keiner (Selfpublisher)

 

Klappentext:

Drei Wochen Feriencamp auf dem Planeten Tarkanus X? Tim befürchtet schon, dass sein Hund Rufus und er vor Langeweile umkommen werden, wären da nicht seine neuen Freunde Jack, Kallah und Nero. Und das nagende Gefühl, dass die Campleiterin Miss Saunders etwas zu verbergen hat.
Als eines Tages auch noch der schmierige Gouverneur Raxinios mit einem fiesen Gobox an der Leine aufkreuzt, wird den vier Freunden klar, dass er es auf die seltenen Jacobus-Hörner im Wildreservat abgesehen hat. Um die tödliche Gefahr abzuwenden, starten sie eine riskante Rettungsaktion.

Meine Meinung:

Diese überaus liebevoll gestaltete Kurzgeschichte bekommen wir direkt aus Sicht des tapferen Protagonisten Tim erzählt. Zusammen mit seinem schlauen Hund Rufus bildet er ein tolles Team, das mich von der ersten Seite an für sich gewinnen konnte. Nicht nur die Charakteregestaltung von Tim ist authentisch, nein, auch seine Freunde erwachen praktisch zum Leben. Der nerdige Jack, die aufbrausende Kallah und der stille Nero bilden eine Gruppe, die dem Leser einfach sympathisch sein muss. Man möchte mehr Abenteuer mit ihnen erleben!

Der Schreibstil ist der Altersgruppe ab 10 Jahren angepasst. Auf der einen Seite können wir noch die kindlich-abenteuerliche Seite der Jugendlichen entdecken, auf der anderen Seite sind sie aber auch schon sehr erwachsen und verantwortungsbewusst. Das spiegelt sich auch im Schreibstil wieder, da die Leser nicht nur altersgerecht behandelt, sondern teilweise auch gefordert werden – eben ein Abenteuer für jedes Alter.

Eine spannende und liebevoll erzählte Geschichte, die auf einem fernen Planeten spielt. Ich kann sie euch nur wärmstens ans Herz legen. Wer mal für ein paar Stunden abtauchen möchte, liegt mit dieser Lektüre genau richtig. Ich hoffe auf Nachschub!

Bewertung: 5/5 Sterne


[Rezension] Emma Wagners „Mit Ski, Charme und Pinguin“

Grunddaten:

Autor: Emma Wagner

Titel: Mit Ski, Charme und Pinguin

eBook: 286 Seiten

ASIN: B01N7Y98KQ

Verlag: keiner (Selfpublisher)

 

Klappentext:

Zoey hat Kurven. Leider irgendwie an den falschen Stellen. Und ein paar Zentimeter mehr an Körpergröße wünscht sie sich auch schon ihr halbes Leben. Allerdings sind das momentan ihre geringsten Probleme, denn Zoey hasst Schnee, kann nicht Ski fahren und hält Skilehrer für arrogante Machos, die alles abschleppen wollen, was einen Busen hat.
Doch ausgerechnet sie wird dazu überredet, für eine Woche die Krokusse gegen Eisblumen zu tauschen und ihre Freundin Lara in deren Skiurlaub zu begleiten. Dort stellt sich heraus, dass in Wahrheit … alles noch viel schlimmer ist!
Anstelle der versprochenen Entspannung erwarten Zoey jede Menge blaue Flecke, ein ungewolltes Blind Date und exzentrische Pensionsbetreiberinnen, die offenbar etwas zu verbergen haben. Und Ben.
Ben ist Skilehrer und der Inbegriff sämtlicher von Zoeys Vorurteilen. Unglücklicherweise ist er überdies auch wahnsinnig charmant und heiß …

Meine Meinung:

Mit „Ski, Charme und Pinguin“ legt die Autorin einen liebevoll gestalteten Roman vor, der nicht nur zum Skifahren und Schneemannbauen einlädt, sondern auch noch gleich den Frühling einläutet.

Wir bekommen diesen überaus heiteren Roman aus Sicht der Protagonistin Zoey erzählt. Da sie manchmal sehr kritisch mit sich selbst ins Gericht geht, ist diese Wahl auch angemessen, um nachvollziehen zu können, warum sie sich manchmal so verhält, wie sie es eben tut. Der Schreibstil ist locker und umgangssprachlich gehalten und überzeugt durch seine witzigen Zwischenpassagen, die mich mehr als einmal haben schmunzeln oder lachen lassen. Was zur äußeren Form unbedingt noch erwähnt werden muss: Auch bei diesem Roman gibt es wieder zauberhafte Bildchen (passend zum Buchtitel) über den Kapitelzahlen!

Zoey war mir von Anfang an sympathisch, weil sie mal keine Protagonistin ist, die die üblichen Schönheitsideale aufweist, sondern kurvig und selbstkritisch ist. Die Autorin zeichnet ein Charakterbild, das mir nicht unbekannt ist. Vermutlich konnte ich mich daher auch so gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Zoeys ganze Denkweise ist vorsichtig: kein Risiko eingehen, möglichst klein machen und abwarten. Im Laufe der Handlung macht sie ein Wandlung durch, die nicht immer nur nach positiven Ereignissen ausgelöst wird. Für mich war die Protagonistin authentisch, ehrlich und real.

Mit den Nebencharakteren hat die Autorin allerdings voll ins Schwarze getroffen. Hier wimmelt es nur so vor Individuen. Am besten haben mir die beiden Pensionsinhaberinnen gefallen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine schrill und laut, die andere streng und zurückhalten – im Duo unschlagbar, vor allem, wenn sie miteinander reden. Auch Zoey Cousine Hanna ist ein echtes Unikat und aus der Geschichte nicht wegzudenken. Sie versüßt einem immer wieder die verschiedensten Augenblicke und vermittelt doch eine tiefere Botschaft.

Mein einziger Minikritikpunkt geht an die Spannung bzw. an die Story an sich. Natürlich gibt es ein paar interessante Wendungen, aber insgesamt ist die Geschichte – trotz ihrer ausgefallenen Details – sehr vorhersehbar. Es handelt sich eben um einen „typischen“ Liebesroman, was nicht negativ gemeint ist. Befürworter des Genre werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen – so viel seit gesagt! Auch ich habe die Geschichte praktisch in einem Rutsch gelesen, weil man unbedingt wissen möchte, was das Schicksal für Zoey und Ben bereithält.

Wer sich ein paar schöne Lesestunden mit einer einfühlsamen Geschichte und toll ausgearbeiteten Protagonisten machen möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig. Nicht nur für den Winter und Skifans geeignet, nein, auch die Fühlingsliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Bewertung: 4,5/5 Sterne


[Rezension] Jenny Milewskis „Angstmädchen“

Grunddaten:

Autor: Jenny Milewski

Titel: Angstmädchen

Taschenbuch: 336 Seiten

ISBN: 978-3453438804

Verlag: Heyne

 

Klappentext:

Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht …

Meine Meinung:

Mit „Angstmädchen“ legt die Autorin eher eine Grusellektüre als einen Thriller im Stil von Stephen King (wie vom Verlag versprochen) vor, die aber mit einer authentischen Protagonistin und gut ausgearbeiteten Nebencharakteren überzeugen kann.

Wer kein Fan von Das-Ende-zu-Beginn-Geschichten ist, sollte gleich zu einem anderen Buch greifen, denn hier ist nach dem ersten Kapitel schon klar, auf was das Ganze hinauslaufen wird. Auch verwundert bleibe ich bei der Wahl des Covers zurück, da es um ein japanisches Mädchen geht, das schwarze Haare hat, und wir hier blonde Locken gezeigt bekommen. Falls es hier eine Message zu entdecken gibt, habe ich sie leider nicht gefunden. Wir bekommen diese Story direkt aus Sicht von Malin, der Protagonistin, erzählt. Der Erzählstil ist geradlinig und einfach gehalten, was gerade in den spannenden Szenen von Vorteil ist, weil die Autorin so direkt zur Sache kommt. Auch die Wahl der Perspektive ist goldrichtig, da Malin doch eher ein verschlossener Charakter ist, der viel mit sich selbst ausmacht.

Generell positiv möchte ich die Darstellung der Personen hervorheben. Egal, ob Haupt- oder Nebencharakter, man hatte immer ein klares Bild vor Augen, wie sich ein Mensch gibt oder ist. Malin war mir zu Beginn noch etwas befremdlich, da wir – wie schon erwähnt – erst eine ganz andere Protagonistin vor Augen geführt bekommen. Eine, die schon die ganze Geschichte hinter sich hat und sich natürlich deutlich anders verhält als dieses schüchterne Mädchen, das sie eigentlich einmal war. Die Wandlung an sich ist nachvollziehbar dargestellt und authentisch.

Die Nebencharaktere haben mir fast noch besser gefallen, da wir es hier zwar auch mit Stereotypen zu tun haben, aber manche eben doch herausragende Individuen sind. Gerade Pelle – einer der Mitbewohner – hat mir sehr gut gefallen, weil er sich nicht immer so verhalten hat, wie man es eigentlich von ihm erwartet hätte. Aber auch die anderen Charaktere haben immer eine Portion Menschlichkeit mit auf den Weg bekommen, sodass sie durchweg authentisch waren und man emotional mit ihnen mitfiebern konnte.

Der größte Kritikpunkt geht wohl an die Spannung. Erst einmal muss ich deutlich sagen, dass es sich nicht um einen Thriller im klassischen Sinne handelt. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass wir es mit einem Remake aus „The Grudge“ und „The Ring“ zu tun hatten. Klar, die japanische Geistersage stand ganz eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens, aber ich würde die Lektüre doch eher unter leichtem Grusel bzw. Horror einordnen. Noch dazu kam, dass in der ersten Hälfte nicht wirklich Spannung aufkam. Die Geschichte war generell sehr vorhersehbar, was an vielen Stellen den Überraschungsmoment genommen hat. Lediglich im letzten Drittel konnte ich doch noch halbwegs gefesselt werden, was aber vor allem an der Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen lag. Das Ende war durch das erste Kapitel schon bekannt und hat leider auch keine neuen Erkenntnisse gebracht.

Insgesamt eine solide Story, die vor allem durch gut ausgearbeitete Charaktere überzeugen kann, allerdings viel Boden im Bereich der Spannung und Individualität der Geschichte verliert. Kein Vergleich mit anderen großartigen Horrorautoren, aber vielleicht kann die Autorin mit ihren eigenen Geschichten überzeugen, wenn sie beim nächsten Mal etwas mehr im Bereich der Spannung ausbaut.

Bewertung: 3/5 Sterne


[Rezension] Nick Cutters „Das Camp“

Grunddaten:

Autor: Nick Cutter

Titel: Das Camp

Taschenbuch: 464 Seiten

ISBN: 978-3453437791

Verlag: Heyne

 

Klappentext:

Ein Mann strandet auf einer einsamen Insel vor der kanadischen Küste. Er ist ausgemergelt, dünn, wirkt mehr tot als lebendig. Und er hat Hunger – einen unstillbaren, schmerzhaften Hunger. Auf der Insel findet er eine Scouttruppe vor. Die Scouts merken schnell: Der Fremde ist krank, todkrank. Egal, wie viel er isst: sein Körper fällt mehr und mehr in sich zusammen. Und dann sehen sie, dass sich etwas unter seiner Bauchdecke bewegt. Während die Scouts überlegen, was zu tun ist, bemerkt ihr Leiter, dass ihn plötzlich ein nie gekannter Hunger quält …

Meine Meinung:

Mit dem Roman „Das Camp“ hat Nick Cutter eine unglaublich hohe Erwartungshaltung bei mir ausgelöst, weil er unter anderem mit Stephen King verglichen wurde. Leider bin ich nach diesem Buch mehr als enttäuscht, denn hier hat wirklich nichts gepasst: langweilige Story, langatmige Passagen und abartige Charaktere.

Anzumerken ist die besondere Erzählweise der Geschichte. Die aktuellen Handlungen werden immer wieder durch Berichte, Protokolle und Interviews unterbrochen und so aufgelockert. Das hat auch ab und zu den Vorteil, dass die Spannung doch noch ansatzweise angekurbelt wird, weil man sich fragt, was noch alles geschehen wird. Ansonsten ist die Sprache abwechselnd einfach bis umgangssprachlich gehalten (aktuelle Handlung) und springt zwischendurch zu fachlich bis psychologisch-anspruchsvollen Abschnitten (bei den Berichten usw.).

Mit den Protagonisten ist man als Leser eventuell erst einmal überfordert. Wir haben es hier mit fünf sehr komplexen Charakteren zu tun, die alle gleichzeitig ihren Auftritt haben. Beleuchtet werden sie zwar nach und nach, aber hier tut sich mehr als ein Abgrund auf. Für mich sind die Handlungen der Jugendlichen nicht immer nachvollziehbar und oft auch stark übertrieben, weswegen ich mit keinem der fünf so wirklich warm wurde.

Die Nebencharaktere sind relativ überschaubar und treten überwiegend in den eingeschoben Passagen auf. Deshalb erfahren wir auch von ihnen so gut wie nichts, was die Personen der Geschichte generell sehr blass aussehen lässt. Insgesamt hätte ich mir beim Charakterdesign mehr Persönlichkeit gewünscht, sodass man auch mit ein oder zwei der Personen hätte mitfiebern können. So war es schlichtweg egal, ob jemand starb oder überlebte.

Der nächste Kritikpunkt geht an die Spannung. Die ersten 100 Seiten waren noch in Ordnung (Einführung in die Geschichte etc.). Leider ging es danach rapide bergab. Ich musste das Buch wirklich oft aus der Hand leen und mich zum Weiterlesen zwingen. Da konnten ab der Hälfte auch die Einschübe nichts mehr retten und ich war nur noch gefrustet.

Das Schlimmste ist aber die Story an sich. Viele Passagen sind schlichtweg mit einer Brutalität und ekelhaften Beschreibungen übersät, sodass man sich fragt, was das Ganze soll. Einen Sinn habe ich schon relativ früh nicht mehr erkennen können. Gerade der Vergleich mit King hat mich zu diesem Buch greifen lassen und dann so bitter enttäuscht. Keine komplexen Handlungen (eher sinnloses Verhalten), keine tiefer gehenden Charaktergebilde, keine aufkommende Spannung – eher Langeweile.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch und ich keine Freunde geworden sind. Gute Ansätze waren vorhanden, wenn man danach gesucht hat, weswegen ich auch einen Stern vergebe. Schade um die Lesezeit ist es trotzdem.

Bewertung: 1/5 Sterne


Rezension zu Diana Rosies „Albertos verlorener Geburtstag“

Grunddaten:

Autor: Diana Rosie

Titel: Albertos verlorener Geburtstag

Hardcover: 336 Seiten

ISBN: 978-3426653937

Verlag: Knaur

 

Klappentext:

Der 7-jährige Tino ist erschüttert, als er erfährt, dass sein geliebter Großvater Alberto nicht weiß, wann er geboren ist, und deshalb noch nie Geburtstag gefeiert hat. Dabei ist das doch der eine, wundervolle Tag, der einem allein gehört und an dem man sich so sehr geliebt fühlt! Nur hat Alberto als Kind im spanischen Bürgerkrieg sein Gedächtnis verloren, und damit auch dieses besondere Datum. Nie hat er nach Spuren seiner Vergangenheit gesucht, aber jetzt, am Ende seines Lebens, überredet Tino ihn zu einer Reise quer durch Spanien, zurück zu jenem Waisenhaus und den Menschen, die vielleicht mehr über Alberto wissen könnten als er selbst.

Meine Meinung:

Glaubwürdige Charaktere, eine gekonnt verschlungene Darstellung von Gegenwart und Vergangenheit sowie jede Menge Emotionen – das ist das Buch „Albertos verlorener Geburtstag“, das mich vollkommen überzeugen konnte.

Schon alleine die Erzählweise bei dieser Geschichte ist wohl etwas ganz Besonderes. Die Kapitel wechseln immer wieder zwischen der Gegenwart, in der Albertos Suche nach seinem Geburtstag dargestellt wird und der Vergangenheit, die uns von Zeitzeugen aus der Ich-Perspektive nähergebracht wird. In dieser Form habe ich noch nie ein Buch gelesen und ich muss sagen, dass dieser Stil wirklich sehr spannend und aufschlussreich war, denn wir haben nicht nur Alberto und seinen Enkel kennenlernen dürfen, sondern eben auch die Personen, die ihm in seinem früheren Leben einmal wichtig waren. Dabei war der Schreibstil zwar durchaus gehoben, aber auch sehr einfühlsam und emotional gehalten.

Wer Alberto nicht direkt sympathisch findet, der hat kein Herz. Was dieser alte Mann in seinem Leben bisher mitmachen musste, ist wirklich ergreifend. Noch dazu hat er nie seinen Lebenswillen verloren und kämpft für seine Liebsten. Seine Charaktereigenschaften haben mich tief beeindruckt und ich denke, dass mir seine Geschichte noch lang im Gedächtnis bleiben wird. Sein Enkel Tino kommt da ganz nach seinem Großvater. Trotz seiner kindlichen Art steht er für seine Prinzipien ein und ist für sein Alter schon recht weit. Zwischendurch kommt man aber immer wieder an den Punkt, an dem man sich als Leser eingestehen muss, dass er eben doch erst sieben Jahre alt ist und nichts lieber möchte, als seine Familie glücklich zu sehen. Diese Handlungen haben mich emotional berührt und dafür gesorgt, dass ich das Buch praktisch in einem Rutsch gelesen habe.

Auch bei den Nebencharakteren hat die Autorin großen Wert darauf gelegt, sie ins rechte Licht zu rücken und ihnen eine Bühen zu geben. So werden die Rückblenden immer aus der Ich-Perspektive dargestellt, um genau zu zeigen, was in den einzelnen Personen vorgegangen ist. Mir hat das unwahrscheinlich gut gefallen, weil das Hintergrundthema bzw. Zeit und Ort (Bürgerkrieg in Spainen in den 30er Jahren) ziemlich schwierig waren und man so ein Gespür für die Situation der einzelnen Schichten bekommen hat. Dabei war es egal, ob die Autorin aus Sicht eines Priesters oder eines Generals geschrieben hat oder eben dem einfachen Volk eine Stimme verlieh – ich habe zu keinem Zeitpunkt an der Echtheit der einzelnen Charaktere gezweifelt. Ein dickes Lob an die Ausarbeitung der Personen.

Wie schon erwähnt, war die Spannung alleine durch den packenden Erzählstil von Anfang an vorhanden. Ich habe das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen können, weil man mit Alberto mitgefiebert hat und wissen wollte, was denn nun damals tatsächlich passiert ist. Mein einziger Minikritikpunkt geht an das Ende bzw. an die Auflösung der Situation, weil mir dies dann plötzlich zu schnell ging. Hier fand ich, dass man überraschenderweise aus der gewohnten Erzählstruktur ausgebrochen ist und das Ganze etwas beschleunigt hat, um zum Schluss zu gelangen, was sehr schade ist.

Das Hintergrundthema des spanischen Bürgerkriegs wurde für mich realistisch dargestellt. Dabei wurde in keiner Weise etwas beschönigt oder gar ein Blatt vor den Mund genommen. Die Autorin spricht die Missstände an und zeigt anhand des Schicksals von Alberto, wie mehrere Leben durch eine kleine Tat schon vollkommen anders verlaufen können.

Insgesamt hat mir besonders das Einfühlungsvermögen der Charaktere und der emotionale Schreibstil sehr gut gefallen. Ich habe die ganze Zeit über gebangt, gehofft und sogar die ein oder andere Träne verdrückt, während ich Albertos Geschichte gelesen habe. Für dieses Buch kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen, denn wer ein Herz hat, wird Alberto und Tino lieben!

Bewertung: 4,5/5


Rezension zu C.J. Daughertys „Secret Fire: Die Entflammten“

Grunddaten:

Autor: C. J. Daugherty

Titel: Secret Fire (1)

Hardcover: 448 Seiten

ISBN: 978-3789133398

Verlag: Oetinger

 

Klappentext:

Wird die Liebe das Schicksal besiegen? Der 17-jährige Sasha setzt sein Leben mit spektakulären Aktionen aufs Spiel – weiß er doch, dass er nicht sterben kann (jedenfalls nicht vor seinem 18. Geburtstag). Grund ist ein uralter Fluch, der seit Generationen auf seiner Familie lastet. Ein Fluch, von dem ihn nur die 17-jährige Taylor erlösen kann. Doch der Preis dafür ist hoch. Ist sie bereit, sich und ihre Zukunft für Sasha zu opfern?

Meine Meinung:

Mit „Secret Fire: Die Entflammten“ legt uns die Autorin der Nightschool-Bücher den Auftakt einer neuen fantastisch-spannenden Reihe rund um die Protagonisten Taylor und Sacha vor, der mich absolut überzeugen konnte.

Zunächst einmal muss ich den unglaublich flüssigen Schreibstil der Autorin loben, der das Lesen zu einem wahren Genuss gemacht hat. Ich hätte das Buch in einem Rutsch lesen können, wenn da nicht die Pflichten des Alltags gerufen hätten. Gerade auch in den einzelnen Szenen versteht sie es, Spannung, Mitgefühl oder Emotionen zu erzeugen, die zu hundert Prozent auch beim Leser ankommen.Obwohl uns das Buch in der Er-Perspektive nähergebracht wird, hatte ich nie den Eindruck, dass ich irgendetwas verpassen würde. Ganz im Gegenteil: Der Leser ist zu jeder Zeit direkt am Geschehen dran, da öfter mal Perspektive, Ort und/oder zwischen den Personen gewechselt wird. Das bringt auch zusätzlich noch eine tolle Dynamik mit sich.

Die Protagonisten haben mir beide gut gefallen. Besonders Taylor macht eine unglaubliche Wandlung im Lauf der Geschichte durch und ist trotzdem zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig. Schon allein ihre Affinität zu Büchern macht sie beim Leser sympathisch, ich habe sie direkt in der ersten Szene ins Herz geschlossen und habe permanent mit ihr gelitten, gelacht oder mich gefreut. Sacha ist wohl auf den ersten Blick der Typ „harte Schale, weicher Kern“, aber wer ihn mit der Zeit kennenlernt, wird feststellen, dass er sehr vielschichtig ist und hinter seinen Handlungen immer ein Sinn steckt. Zusammen sind die beiden wohl das perfekte Paar, weil sie sich ergänzen und in den wichtigen Punkten des Lebens aber doch einig sind. Ich finde, dass sie gut zusammenpassen und das auch nach außen transportieren.

Auch bei den Nebencharakteren hat die Autorin großen Wert auf Autentizität und vor allem Individualität gelegt. Sie runden die Geschichte nicht nur ab, sondern werten sie regelrecht auf. Einige Charaktere mochte ich auf Anhieb, andere haben mich mit ihren Taten überzeugen oder sogar überraschen können, sodass ich ein ganz neues Bild gewonnen habe. Für die Personen muss ich also ebenfalls ein ganz dickes Lob aussprechen!

Die Spannung war von Anfang an vorhanden und ich habe das Buch praktisch in einem Rutsch gelesen. Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, sodass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch die Rückblenden, bzw. das langsame aufdecken der Vergangenheit, das, was damals wirklich zwischen den beiden Familien geschehen ist, heizt die Spannung noch zusätzlich an. Der Fließtext wird immer wieder durch Mails, Chats, SMS oder Tagebucheinträge aufgelockert, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt.

Der Mix aus Liebesgeschichte, fesselnder Verfolgungsjagd und einem Hauch Fantasy hat mir sehr gut gefallen. Die Komponenten haben flüssig ineinander gegriffen und sich perfekt ergänzt. Dabei ist die Liebesgeschichte nicht kitschig oder übertrieben, sondern eher dezent und passiert eben so nebenbei. Im Vordergrund steht der Kampf gegen die ablaufende Zeit von Sacha, was spannend und emotional dargestellt wird.

Der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen möchte, ist, dass noch nicht klar ist, wann der Folgeband rauskommt! Ich brauche mehr davon und möchte unbedingt wissen, was aus Taylor und Sacha wird. Gebt mir mehr davon!

Bewertung: 5/5 Sterne