[Rezension] R.T. Acron „Ocean City: Jede Sekunde zählt“

Grunddaten:

Autor: R.T. Acron

Titel: Ocean City (1)

Hardcover: 272 Seiten

ISBN: 978-3423761994

Verlag: dtv

 

Klappentext:

Am helllichten Tag wird Jacksons bester Freund Crockie von den Sicherheitskräften der Stadt verschleppt. Und es kann nur einen Grund dafür geben: Crockie hat das Zahlungssystem der Stadt angezapft! In Ocean City, einer auf dem Meer treibenden Megacity, ist die Währung Zeit. Mehr aus Spielerei haben Jackson und Crockie einen Weg gefunden, mit einem selbstgebauten Transponder Zeitkonten zu hacken. Der Trick ist verführerisch einfach – und Crockie kann nicht widerstehen. Jetzt muss Jackson das verräterische Gerät noch vor dem Geheimdienst finden. Andernfalls sind er und ihre beiden Familien in höchster Gefahr – nur hat Jackson keine Ahnung, wo in der 15-Millionen-Stadt er seine Suche starten soll.

Meine Meinung:

Der Auftakt einer neuen Kinder-/Jugendbuch-Trilogie, der es in sich hat: Rasant, packend erzählt und Charaktere, die man einfach in sein Herz schließen muss.

Zunächst sei gesagt, dass ich auf dieses Buch aufgrund des Covers aufmerksam geworden bin. Die Farben haben mich magisch angezogen und der Klappentext hat mich dann vollends überzeugt, dass ich diese Story unbedingt lesen muss – und ich bin froh darüber!

Hinter dem Pseudonym verbergen sich gleich zwei bekannte und überaus erfolgreiche Kinder-/Jugendbuchautoren und zwar Frank Maria Reifenberg und Christian Tielmann. Durch den dynamischen Erzählstil, den die beiden mit wechselnden Perspektiven erzeugen, sodass man immer direkt vor Ort ist und in die Köpfe verschiedener Akteure blicken kann, fliegen die Seiten nur so dahin. Ocean City ist praktisch vor meinem inneren Auge entstanden und ich konnte vollkommen eintauchen in diese Welt, in der man mit seiner Zeit für Güter bezahlen muss. Hierbei gehen die Autoren sehr gut vor, denn sie streuen immer wieder Informationen ein, sodass der Leser zu Anfang nicht überladen wird. Meinen einzigen kleinen Kritikpunkt muss ich aber auch gleich anbringen, denn ich hätte mir noch ein bisschen Hintergrundwissen zur Welt außerhalb der schwimmenden Stadt erhofft. Hier bleibt der Leser etwas im Dunkeln, was mich persönlich nachdenklich gestimmt hat, aber vermutlich wird dieses Thema dann in einem der Folgebände thematisiert.

Jackson ist ein überaus sympathischer Charakter, den ich schon auf der ersten Seite mochte. Er ist wirklich sehr facettenreich und im empfohlenen Lesealter, was es den Angesprochenen leicht macht, sich in seine Lage zu versetzen. Aber auch ich als Erwachsene konnte einen sehr guten Zugang zu ihm finden, da er viele Charakterzüge mitbringt, die einfach liebenswert sind. So ist Jackson beispielsweise absolut loyal, ein Familienmensch, für seine Freunde würde er alles tun. Mut und Intelligenz kommen da noch hinzu.

Aber auch die Nebencharaktere sind super ausgearbeitet, denn hier findet man sofort sympathisch, wen man sympathisch finden soll, und hat sofort eine Abneigung gegen die „Bösen“. Aber auch einige Überraschungen werden hier parat gehalten, sodass ich teilweise wirklich überrascht. Besonders Crockie ist so ein Typ, der einfach nur genial ausgearbeitet wurde, weil er einfach anders ist und man sofort merkt, dass eine rebellische Seit in ihm steckt.

Die Spannung ist durchweg vorhanden, weil es hier wirklich Schlag auf Schlag geht. Den armen Jungs wird praktisch keine Verschnaufpause vergönnt und so muss auch der Leser immer wieder umblättern, da ein Weglegen des Buches einfach nicht möglich ist. Hier ein großes Kompliment an die Autoren, die es absolut verstehen, Twists und Cliffhanger einzubauen!

Von der Thematik her habe ich erst wenige Bücher gelesen, bei denen es darum ging, mit Zeit zu bezahlen. Gerade der philosophische Ansatz interessiert mich hier aber sehr, denn was ist denn wirklich das wichtigste Gut in unserem Leben? Geld oder Zeit? In diesem Buch wird das Thema überaus gut dargestellt und teilweise sogar so gut in die Geschichte eingeflochten, dass man erst später wieder darüber nachdenkt, was sich nun jemand leisten oder eben nicht leisten kann, weil er einer bestimmten Gruppe von Menschen angehört.

Bei diesem Auftakt hat für mich praktisch alles gepasst: Vielschichtige und überaus spannende Charaktere, ein mehr als interessantes Setting, eine durchdachte und perfide ausgearbeitete Storyline und jede Menge Spannung, Action und Überraschungen. Ich freue mich schon sehr auf den Folgeband und würde am liebsten direkt weiterlesen!

Bewertung: 4,5/5 Sterne


[Rezension] Emily Bold „Silberschwingen: Erbin des Lichts“

Grunddaten:

Autor: Emily Bold

Titel: Silberschwingen (1)

Hardcover: 400 Seiten

ISBN: 978-3522505772

Verlag: Planet!

 

Klappentext:

Thorn kann kaum atmen, ihr Körper schmerzt, ihr Rücken glüht – etwas Unerklärliches geht mit ihr vor. Und schon bald erfährt sie: Sie ist halb Mensch, halb Silberschwinge und schwebt plötzlich in höchster Gefahr. Denn als Halbwesen hätte sie bereits nach ihrer Geburt getötet werden sollen. Als Lucien, der Sohn des mächtigen Clanoberhaupts der Silberschwingen, von ihrer Existenz erfährt, macht er Jagd auf sie. Thorn ist fasziniert von Lucien, denn er ist das schönste Wesen, dem Thorn jemals begegnet ist – und zugleich ihr schlimmster Feind.

Meine Meinung:

Mit „Silberschwingen: Erbin des Lichts“ legt uns Emily Bold den ersten Teil ihrer neuen Romantasy-Reihe vor, der mich nach minimalen Einstiegsschwierigkeiten vollends in seinen Bann ziehen konnte und nach mehr verlangt. Liebe Emily, wie kannst du bitte an dieser Stelle aufhören?!

Die erste Besonderheit gibt es schon bei der Wahl der Perspektive zu erwähnen. Während meist sowohl aus der Sicht der weiblichen als auch des männlichen Protas geschrieben wird, haben wir es bei Thorn mit der Ich-Perspektive zu tun, währened Lucien nur durch einen allwissenden Erzähler zu Wort kommt. Diese Ausführung fand ich sehr interessant und habe auch eine Weile darüber nachgedacht, warum die Autorin sich dazu entschieden hat. Ich bin dann zu dem Fazit gekommen, dass Lucien zwar eine wichtige rolle in diesem spannenden Szenario spielt, es aber Thorns Geschichte ist und wir einen direkten Zugang zu ihren Gedanken erhalten sollten. Das ist meiner Meinung nach sehr gelungen, weil Thorn viele Dinge mit sich selbst ausmachen muss – was absolut verständlich ist, wenn man ihre Gesamtsituation vor Augen hat.

Besonders gut haben mir die Beschreibungen Londons gefallen, so hat man die Stadt auch ein Stückweit kennenlernen dürfen, was meine Sehnsucht nach einem Besuch nur noch verstärkt hat. Man hat London wirklich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten dürfen und konnte generell in den Settings wirklich aufgehen, sich sprichwörtlich hineinfallen lassen. Hier ein großes Lob von mir an die Autorin, für die Erschaffung dieser unglaublich tollen Atmosphäre.

Thorn ist eine absolute Kämpfernatur. Das wird schon auf den ersten Seiten klar und verstärkt sich im Verlauf der Geschichte immer mehr. Sie wird sehr menschlich dargestellt und nicht als übermächtige Heldin, die jede Situation meistern kann. Sie gesteht sich auch mal Schwächen ein und bittet um Hilfe. Das macht sie nicht nur verletztlich, sondern auch überaus sympathisch und authentisch. Das ist auch der Grund, warum ich mit Thorn von Anfang an mitfiebern konnte.

Die Nebencharaktere haben mir zum größten Teil gefallen. Lucien ist sehr gut dargestellt worden und verdient ein Lob. Ein wenig schade fand ich, dass wir die Freundinnen von Thorn nicht besser kennenlernen durften. Sie sind wirklich blass geblieben und so hat mir ein Teil von Thorns Privatleben gefehlt. Hier hätte man noch ein paar Details einfließen lassen können, um sie plastischer zu machen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt (wirklich nur ein kleiner) geht an die Spannungskurve. Die letzten 300 Seiten waren so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte, aber der Einstieg war dafür ein wenig „zäh“. Ich habe eine Weile gebraucht, bis sich die Stimmung so richtig auf mich übertragen hat. Hier waren manche Vorzeichen vielleicht ein wenig zu vorhersehbar. Es war jetzt nicht so, dass ich mich gelangweilt hätte, das nicht, aber es hätte durchaus ein wenig flüssiger sein können.

Die Thematik der Silberschwingen wird etappenweise eingeführt und man kommt als Neuling in diesem Bereich sehr gut mit. So konnte ich mich auf den Fantasyaspekt der Story einlassen und dann auch komplett darin versinken.

Ein toller erster Teil, der mit einem bösen Cliffhanger endet und förmlich nach MEHR schreit. Bitte lasst uns nicht so lange auf Teil 2 warten!

Bewertung: 4/5


[Blogtour] Jenny Wood – Der Hain hinter dem Herrenhaus

Hallo und herzlich willkommen!

Heute ist leider schon der letzte Tag unserer magischen Blogtour. Bei mir bekommt ihr nicht nur was auf die Augen, sondern auch auf die Ohren 😉

Ich darf euch nämlich exklusiv das erste Kapitel aus dem Roman vorlesen und wünsche euch schon mal ganz viel Spaß dabei!

Natürlich gibt es auch bei mir eine Frage, die ihr beantworten müsst, um ein Los für das Gewinnspiel zu erhalten.

Ich möchte von euch wissen, was ihr vermutet, was sich in diesem Hain hinter dem Herrenhaus denn nun befindet. Schreibt es mir hier als Kommentar. Ich bin schon sehr gespannt, wie ihr eure Fantasie spielen lasst 🙂 Seid kreativ!

Aber was gibt es überhaupt zu gewinnen?

 

Der Gewinn ist 1 von 3 Paketen bestehend aus einem Exemplar vom Hain, Lesezeichen, Sandrins Teemischung und einem limitierten Bettelarmband mit 3 Anhängern passend zu den Charakteren im Buch.

Der Rest auf dem Bild ist zwar schön anzuschauen, aber Eigentum der Autorin – und soll es auch bleiben 😉

 

Auch die anderen Blogtourteilnehmer haben tolle Beiträge vorbereitet, schaut auch hier gerne noch mal vorbei!

Tag 1: Astis Hexenwerk

Tag 2: romantastisch.de

Tag 3: Tiefseezeilen

Tag 4: Tilly Jones bloggt

Tag 5: hier bei mir 😉

 

Teilnahmebedingungen

– Beantwortet die gestellte Frage als Kommentar.
– Ihr könnt bei jedem Beitrag ein Los sammeln. Mit jedem Los erhöht ihr also eure Gewinnchance
– Hinterlasst eine E-Mail Adresse im Kommentarfeld, damit wir euch direkt benachrichtigen können
– Die Teilnehmer erklären sich bereit im Gewinnfall öffentlich genannt zu werden.
– Ihr müsst entweder 18 Jahre alt sein oder eine Einverständniserklärung eurer Eltern besitzen.
– Anspruch auf eine Barauszahlung des Gewinns besteht nicht – Keine Haftung für den Postversand.
– Versand der Gewinne innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
– Das Gewinnspiel läuft vom 26.2.2018 bis zum 02.03.2018 – Die Gewinner werden am 04.03.2018 auf den teilnehmenden Blogs verkündet.

 


[Rezension] Kristen Orlando „Black Angel Chroniken“

Grunddaten:

Autor: Kristen Orlando

Titel: Black Angel Chroniken (1)

Broschiert: 304 Seiten

ISBN: 978-3959671675

Verlag: HarperCollins

 

Klappentext:

Mit vier Jahren hat ihre Ausbildung begonnen – sie beherrscht die tödlichsten Kampfsportarten und kann mit einer Glock umgehen wie andere mit Messer und Gabel. Reagans Eltern gehören zu den Black Angels, einer Geheimorganisation für die brenzligsten Missionen. Und es gibt eine Tradition: Kinder von Black Angels treten immer in die Fußstapfen ihrer Eltern. Bisher hat Reagan ihre Bestimmung nie infrage gestellt, doch jetzt mit 16 erkennt sie: Es existiert noch eine Welt außerhalb von Waffen und Gefahr. Gibt es einen Weg für sie zurück in die „Normalität“? Bevor sie weiß, was sie wirklich will, zwingen brutale Ereignisse sie zum Handeln …

Meine Meinung:

Mit „Black Angel Chroniken – Im Zeichen des schwarzen Engels“ legt uns die Autorin den ersten Band einer neuen Action-Romance-Reihe vor, der mich zum größten Teil überzeugen konnte. Eine gut entwickelte Heldin, trifft auf eine an sich spannende Hintergrundstory.

Wir bekommen diese teilweise packende Geschichte direkt aus der Sicht von Reagan erzählt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, da sie sich ja aufgrund ihrer Geheimidentität nach außen hin ganz anders geben muss, als sie eigentlich ist. So erhält aber auch der Leser einen Einblick in ihr Innerstes und kann nachvollziehen, was sie bewegt und antreibt. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Er war flüssig und die Seiten flogen praktisch nur so dahin. Besonders gelungen sind die Beschreibungen der Actionszenen, hier hatte ich ganz oft das Gefühl, wirklich mitten drin zu sein und am Geschehen teilzunehmen.

Reagan habe ich als äußerst angenehme Protagonistin empfunden, weil sie zu Anfang noch sehr zerrüttet erscheint und dann im Verlauf eine wirklich starke Wandlung durchmacht, die aber durch und durch authentisch beschrieben wird, sodass ich ihr ihre Gefühle zu jedem Zeitpunkt abnehmen konnte. Gerade in der ersten Hälfte des Buchs stellt sie viele Überlegungen an und man kann sie auf dieser Reise zu ihrem Ich begleiten.

Generell waren die Charaktere für mich rund. Ich konnte jedem seine Rolle abnehmen und mit ihnen mitfiebern. Auch der männliche Held Luka war erfrischend, trotz der Erfüllung einiger Klischees. Er war mir vom ersten Auftritt an so sympathisch und das hat im Verlauf auch nicht nachgelassen. Hier ein dickes Lob an die Autorin dafür.

Mit der Spannung verhält es sich zwiespältig. Erst mal war ich von der Story sehr enttäuscht, weil ich mir durchweg einen harten Actionroman vorgestellt hatte. Auch der Klappentext deutet eigentlich darauf hin. Allerdings ist es so, dass die erste Hälfte der Geschichte auch locker zu einem Young-Aduld-Liebesroman passen würde. Versteht mich nicht falsch, die Story ist wahnsinnig toll insgesamt und wenn man wie in meinem Fall die erste Enttäuschung überwunden hat, macht es auch Sinn, dass nicht gleich rumgeballert wird. Trotzdem wurden meine Erwartungen hier nicht ganz erfüllt. Über die zweite Hälfte brauchen wir gar nicht zu diskutieren: eine Wendung jagt die nächste, die Ereignisse überschlagen sich und ich habe sie in einem Rutsch gelesen, weil ich das Buch gar nicht mehr weglegen wollte. Hier bin ich mit meinen Erwartungen voll auf meine Kosten gekommen und total begeistert von der Dynamik.

Vom Genre her haben wir es also halb mit Liebesroman und halb mit Actiondrama zu tun. Wobei die Lovestory wirklich sehr dezent eingewoben ist und nicht kitschig erscheint, sondern eher auf den psychologischen Aspekt der Heldin abzielt. Bei den Kampfszenen kann es auch schon mal härter werden, weswegen man also kein Angsthase sein sollte 😉 Auch die Einsicht in die Abläufe der Organisation „Black Angels“ haben mehr wahnsinnig spannende Lesestunden beschert.

Ein gelungener Mix, der mir nach dem Lesen insgesamt sehr gut gefallen hat. Besonders die Charaktere haben meine anfängliche Enttäuschung wieder wettgemacht und ich hoffe noch auf eine Bände aus der Serie.

Bewertung: 4/5


[Rezension] I. Reen Bow „Königreich der Träume: Sequenz 1“

Grunddaten:

Autor: I. Reen Bow

Titel: Königreich der Träume (1)

eBook: 95 Seiten

ASIN: B079SDSY4J

Verlag: keiner (Selfpublisher)

 

 

Klappentext:

Jessica Blair wacht in einem muffigen Motel auf. Bis auf ein paar Habseligkeiten besitzt sie nichts; nicht einmal mehr ihre Erinnerungen. Die einzigen Hinweise auf ihre Identität sind ein Busticket in das »Königreich der Träume« und ein Name, den jemand mit Lippenstift auf ihren Badezimmerspiegel geschrieben hat. Während der Busfahrt stößt sie auf hysterische Fans der Träumerin, eine weltberühmte Attraktion, die ihre Träume in die Realität zu holen vermag. Jessicas Sitznachbar Dave, der Gardist im Königreich der Träume, spricht von wundersamen Traumgestalten und Magie, die Jessi in der Stadt erwarten, doch statt Einhörnern und Prinzessinnenkleidern begegnet sie wahrgewordenen Alpträumen, die sie zu jagen beginnen. Dave ist der Einzige, der sie durch die vorapokalyptische Stadt in ihr vergessenes Leben geleitet.

Meine Meinung:

Mit „Sequenz 1 – Die schlafende Prinzessin“ legt uns die Autorin den Auftakt zu diesem neuen, siebenteiligen Serial vor, das im zweimonatigen Rhythmus erscheinen wird.

Wir bekommen diese Story aus Sicht der Protagonistin Blair erzählt, was den Vorteil hat, dass wir ihre Amnesie hautnah miterleben können. So können wir wie sie diese Welt entdecken, die auf der einen Seite voller Magie scheint, aber auch der schlimmste Albtraum überhaupt sein kann. Mir hat die Perspektive sehr gut gefallen, weil so meiner Meinung nach die Spannung noch gestiegen ist und ich mich so voll und ganz auf die Geschichte einlassen konnte. Der Schreibstil an sich ist schön flüssig, sodass man die Episode quasi in einem Rutsch weglesen kann.

Jessica hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, weil sie zwar unter Gedächtnisverlust leidet, aber sehr tough ist. Sie lässt sich nicht unterkriegen und steht ihre Frau, um es mal so zu sagen. Bei mir hat sie einige Sympathien wecken können, allerdings hat mir hier noch das gewisse Etwas gefehlt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie eben noch nicht alle Ecken ihrer Persönlichkeit kennt.

Dave gibt einen super Helden der Story ab und man muss ihn einfach mögen. Er ist von Anfang an authentisch und mindestens ebenso sympathisch. Die restlichen Nebencharaktere sind überschaubar, was ich persönlich gut finde.

Ab der zweiten Hälfte wird es richtig spannend und man kann sehr gut mitfiebern. Allerdings hatte ich irgendwie ein bisschen Startschwierigkeiten mit der Story und konnte die Welt außerhalb des „Königreichs“ nicht so ganz für mich einordnen. Wann ist es? Wo ist es? Wie muss ich mir die Umgebung vorstellen? Vermutlich wird das für den weiteren Verlauf gar keine Rolle spielen, aber hier ist man sehr auf seine Fantasie angewiesen.

Insgesamt ein guter Start in das Serial, der Lust auf weitere Sequenzen macht. Nicht auch zuletzt, weil es mit einem Megacliffhanger endet, aber das habe ich mir irgendwie schon gedacht – böse Autorin! 😉

Bewertung: 4/5


[Rezension] Jennifer L. Armentrouts „Opal – Schattenglanz“

Grunddaten:

Autor: Jennifer L. Armentrout

Titel: Opal (3)

Hardcover: 464 Seiten

ISBN: 978-3551583338

Verlag: Carlsen

 

Klappentext:

Auf den ersten Blick ist alles perfekt: Dawson lebt noch und niemand scheint nach ihm zu suchen. Katy wehrt sich nicht länger gegen ihre Gefühle für Daemon und alles könnte so schön sein – aber es ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Plötzlich ist Blake zurück und mit ihm ein gewagter Plan. Zu Katys großem Erstaunen bittet er sie um Hilfe. Katy weiß nicht, was sie tun soll, denn Blake ist nicht zu trauen, das hat sie schon einmal schmerzlich zu spüren bekommen. Doch für ihre Freunde – und für Daemon – würde sie alles tun. Selbst ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

Meine Meinung:

„Opal – Schattenglanz“ ist der dritte Band der Katy & Deamon-Reihe von Jennifer L. Armentrout. Auch dieses Buch konnte mich vollkommen überzeugen, obwohl hier von der Story her deutlich weniger passiert ist als in den beiden Vorgängern.

Wie schon gewohnt ist auch dieses Mal Katy die Erzählerin der Geschichte und bietet und wieder einen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Für mich war dieser Band viel emotionaler, weil sich auch die Emotionen bei den Protagonisten gefestigt haben. Die Empfindungen und das ganze Denken ist erwachsener geworden und das merkt man auch am Schreibstil. Die Ausführungen wurden intensiviert, was leider aber auch zur Folge hatte, dass man an manchen Stellen das Gefühl hatte, die Autorin wollte uns hier ein besonders genaues Bild der Situation zeichnen.

Nach dem letzten Band hatte ich eigentlich gedacht, dass sich Katy nicht mehr viel weiterentwickeln könnte, da sie ja schon so einiges einstecken musste, aber mit „Opal“ hat Frau Amentrout noch mal eine Schippe draufgelegt. Die Protagonistin wächst mal wieder über sich hinaus, muss sich aber auch ihre Sterblichkeit und Schwächen eingestehen, was sie nur umso sympathischer macht. Auch Deamon hat dazugelernt und kommt nicht mehr ganz so arschig daher, was ich positiv empfunden habe. Ja, Badboys sind in und toll, aber irgendwo ist dann auch mal eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte und Deamon hat in meinen Augen genau rechtzeitig die Kurve bekommen.

Was angenehm war, war, dass fast keine neuen Personen hinzugekommen sind. Man konnte sich voll und ganz auf die Ereignisse und die eigentliche Mission konzentrieren und musste seine Ernergien nicht darauf verschwenden, neue Charaktere zu erforschen. Ganz nebenbei gab es auch in diesem Band nämlich wieder einige Wendungen bei der Entwicklung mancher Personen, die man so nicht vorhersehen konnte.

Die Hintergrundstory ist etwas eingeschlafen. Eigentlich dreht sich das ganze Buch nur um ein Thema und das wird sehr detailliert dargestellt, sodass es praktisch nichts Neues über die Aliens zu berichten gibt. Für mich war das in Ordnung, weil die Autorin den Fokus der Geschichte spannend dargestellt hat und ich auch dieses Buch innerhalb von zwei Tagen weggesuchtet habe. Ich hoffe allerdings, dass ich im nächsten Band ein paar neue Einblicke bekommen werde und es vielleicht doch noch ein paar interessante Fakten zu entdecken gibt.

Die Lovestory zwischen Katy und Deamon erreicht in „Opal“ einen neuen Höhepunkt und ist trotz ihrer Intensität nicht schmalzig gewesen. Ich konnte die tiefen Gefühle nachempfinden und mich auch ein Stück weit aus dem Alltag entführen lassen.

Insgesamt ein solider dritter Band, der mit einem megakrassen Cliffhanger ein Ende findet. Ich bin wirklich froh, dass ich so lange mit der Serie gewartet habe und nun alle am Stück lesen kann!

Bewertung: 4/5 Sterne


[Rezension] Jenny Wood „Der Hain hinter dem Herrenhaus“

Grunddaten:

Autor: Jenny Wood

Titel: Der Hain hinter dem Herrenhaus

Taschenbuch: 184 Seiten

ISBN: 978-3945045268

Verlag: Art Skript Phantastik

 

Klappentext:

Konstantin Balthasar von Heerstein ist ein Lebemann – gutaussehend, charmant und pleite. Verstoßen von seiner Familie, mit einem Hang zu Alkohol, Kartenspiel und Frauen versucht er, über die Runden zu kommen. Mit dem Auftauchen eines Anwalts verändert sich jedoch plötzlich alles. Konstantin erbt die Verantwortung für ein Unternehmen, doch die Vorstandssitzungen mit biederen Geschäftsmännern langweilen ihn schnell. Stattdessen weckt das Hausmädchen Sandrin seine Neugierde, die junge Frau wacht über das Geheimnis des Hains hinter dem Herrenhaus. Dort lauert eine noch viel größere Versuchung, die Konstantins Ruf, Vermögen und Verstand gefährdet.

Meine Meinung:

„Der Hain hinter dem Herrenhaus“ ist eine Novelle mit Steampunk-Elementen, viel Magie und einem etwas tollpatischigen Protagonisten, den man von der ersten Seite an in sein Herz schließen muss. Grandios geschrieben!

Wir bekommen diese liebevoll gestaltete Geschichte direkt aus Sicht von Konstantin von Heerstein erzählt. Das hat den Vorteil, dass man quasi direkt in seinen Kopf hineinschauen kann. Die Autorin schafft es, eine unglaublich tolle Atmosphäre und auch ein Setting zum Träumen zu erschaffen, obwohl ich Novellen gegenüber eher kritisch eingestellt bin, da ich immer denke, dass man doch auf so wenigen Seiten keine ganze Welt erschaffen kann – Jenny Wood schafft das aber spielend. Die Umgebung rund um das Herrenhaus ist vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht udn hat mir ein paar magische Lesestunden beschert. Danke hierfür.

Konstantin habe ich schon auf der ersten Seite liebgewonnen, weil er in die Kategorie „Tollpatsch mit großem Herz“ fällt. Selbst wenn er einen Fehler begeht, kann man ihm gar nicht böse sein und möchte ihn am liebsten noch in den Arm nehmen, um ihn wieder aufzumuntern. Darüber hinaus lernt er aber hinzu und steht für seine Ideale und die Menschen, die ihm wichtig sind, ein. Vom Anti-Held zum Held könnte man hier auch sagen.

Mein Favorit war aber das Hausmädchen Sandrin! Sie ist auf der einen Seite total zerbrechlich, mitfühlend und erscheint wie ein kleines Mädchen – man möchte sie unbedingt beschützen, auch als Frau -, auf der anderen Seite ist sie tough und sagt ihre Meinung frei heraus. Sie hat mich mehr als einmal überrascht und verdient es daher auch, mein Liebling der Geschichte zu sein.

Zur Thematik an sich möchte ich eigentlich gar nicht groß was sagen, damit der Überraschungsmoment erhalten bleibt. Deshalb nur so viel: Es wird magisch! Ich finde es unglaublich gelungen, wie die Autorin die reale Welt mit Fantasy-Elementen verbindet. Darüber hinaus kann man auch ein paar Anlehnung an die Steampunk-Bewegung entdecken, wenn man genau hinschaut. Ein toller Mix, der einen dazu anregt, seine Gedanken spielen zu lassen und sich fortzuträumen.

Mein einziger Minikritikpunkt geht an den Storyverlauf, wobei ich sagen muss, dass es eigentlich keine richtige Kritik ist, sondern mich eher etwas gestört hat. Der Einstieg fiel mir zwar leicht, aber es hat doch eine Weile gedauert, bis die Geschichte so richtig in Fahrt kam, bzw. Spannung aufgenommen hat. Ich für mich unterscheide die Story in den ersten und zweiten Aufzug, denn in der zweiten Hälfte passiert so richtig viel. Das kann man nun auch wieder meiner kritischen Stellung gegenüber Novellen zuschreiben, aber wie gesagt: Es ist nicht weiter tragisch und wird andere vermutlich gar nicht stören.

Insgesamt eine ganz, ganz tolle Geschichte, die mit so vielen liebevollen Details aufgewertet wurde, dass ich sie gar nicht alle benennen könnte. Charaktere, die einen zum Mitfühlen anregen, und ein Setting, das zauberhafter gar nicht sein könnte. Eine absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: 4,5/5


[Blogtour] M.A. Bennett „Bloody Weekend“

Hallo, meine Lieben!

 

Ich darf euch heute zum dritten Tag unserer gemeinsamen Blogtour begrüßen und euch exklusiv das erste Kapitel aus „Bloody Weekend“ vorlesen 🙂 Das habe ich natürlich sehr gerne für euch getan und hoffe, dass ich euch mit der Story ebenso sehr anfixen konnte, wie mich Greers Geschichte fasziniert hat.

Zum Video geht es hier entlang:

 

Oben im Header findet ihr auch die anderen Blog, die ganz wundervolle Beiträge für euch parat halten. So könnt ihr hier beispielsweise ein Interview nachlesen (das Buch wird tatsächlich auch verfilmt!) oder hier in einem spannenden Beitrag zum Thema „Außenseiter“ schmökern.

 

Zu gewinnen gibt es bei dieser Blogtour natürlich auch etwas und zwar zwei Exemplare von „BlooDy Weekend“. Was ihr dafür tun müsst? Schaut einfach jeden Tag bei der Blogtour rein. Sammelt die hervorgehobenen Buchstaben an allen sieben Tagen und erhaltet so ein Lösungswort. Dieses setzt ihr bitte zusammen und schickt es per Mail an: lisa-marie.reuter@arena-verlag.de

Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich 12.2.2018.

Ein Tipp: Wer rückwärts liest, kommt ans Ziel! 😉


[Rezension] M.A. Bennett „Bloody Weekend“

Grunddaten:

Autor: M.A. Bennett

Titel: Bloody Weekend

Hardcover: 344 Seiten

ISBN: 978-3401603995

Verlag: Arena

 

Klappentext:

Greer will eigentlich nicht dazugehören. Sie genießt es geradezu, Außenseiterin an dem altehrwürdigen Internat St. Aiden zu sein. Sie folgt zwar den unausgesprochenen Regeln der Schule – kein Handy, kein Internet, kein Plastik. Doch sie weiß: Zu den „Medievals“, der herrschenden Clique um den reichen Henry de Waldencourt, wird sie nie gehören. Als sie die begehrte Einladung erhält, ein Jagd-Wochenende auf Henrys Anwesen zu verbringen, fühlt sich Greer wider Willen geschmeichelt und sagt zu. Doch vor Ort wird schnell klar, dass es um weit mehr geht als um eine bloße Jagd auf Hasen und Hirsche. Greer und zwei weitere Jugendliche kämpfen schon bald um ihr Überleben in der Wildnis. Und die Jagd ist erst der Anfang.

Meine Meinung:

Da ich mich schon seit der Frankfurter Buchmesse auf dieses Werk hier gefreut habe, waren die Erwartungen sehr hoch. Glücklicherweise wurden sie zum größten Teil erfüllt, sodass ich diesen Pageturner an einem Wochenende verschlungen habe. Tolles Setting, spannender Schreibstil, außergewöhnliche Charaktere – hier passt (beinah) alles.

Wir bekommen diese packende Geschichte aus Sicht der Protagonistin Greer erzählt und ich könnte mir niemand besseren Vorstellen, der als Erzähler auftreten könnte, denn Greer ist so herrlich nüchtern, dass man praktisch unvoreingenommen an die Story herantreten kann. Theoretisch hätte uns jeder erzählen können, was an diesem Wochenende passiert ist und doch ist es so wichtig, die Worte aus dem Mund von Greer zu hören. Generell hat mich der Schreibstil sehr gefesselt und dafür gesorgt, dass ich die erste Hälfte in einem Rutsch gelesen habe. Ich glaube, dass es die Beschreibungen der Umgebung waren, die mich am meisten interessiert haben. Longcross ist praktisch vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht und konnte mich richtig begeistern.

Am schwersten habe ich mich mit der Protagonistin getan. Ich weiß nicht mal genau, warum. Lange habe ich darüber nachgedacht und kam dann zu dem Schluss, dass es an der Abwesenheit von Gefühlen liegt. Gerade diese Nüchternheit beim Erzählstil – die mir eigentlich imponiert – macht es mir unmöglich, einen Zugang zu Greer zu bekommen. Bei so einer packenden und auch wirklich nachdenklich machenden Geschichte möchte man ja mit den Charakteren mitfühlen, sich in sie hineinversetzen und mit ihnen lachen/weinen/schreien. Bei den Nebencharakteren hat das auch super geklappt, nur in Greer konnte ich mich einfach nicht hineinversetzen. Am Anfang dachte ich, dass sie einfach nur zynisch ist und vor dem Leben resigniert hat. Das muss man aber im Verlauf der Story revidieren. Sie lässt mich einfach ein Stückweit ratlos zurück.

Die Nebencharaktere sind super gelungen. Jeder hat seine Rolle zu spielen und bei den meisten kann man erst mal gar nicht so recht hinter die Fassade schauen, was ich als überaus gelungen empfunden habe. Diese Tatsache unterstützt das Katz-und-Maus-Spiel nur noch mehr und man weiß überhaupt nicht, wem man vertrauen kann und wem eben nicht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Wer verhält sich eher neutral? Gibt es überhaupt ein neutral oder muss man sich für eine Seite des Spiels entscheiden?

Der zweite Punkt, der mich etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass wir schon am Anfang des zweiten Kapitel verraten bekommen, wer denn nun am Ende stirbt. Das hat mir persönlich etwas die Überraschung vermiest und ich war mir auch nicht sicher, ob ich die restliche Geschichte als spannend empfinden könnte, wenn doch schon klar ist, auf was das ganze hinausläuft. Aber hey, ich kann euch beruhigen, der Schreibstil ist so fesselnd, dass man das Buch nicht weglegen kann. Auch die ein oder andere Wendung sorgt dafür, dass man immer am Ball bleibt und letztendlich eine spannende Lektüre genießen kann.

Die Thematik war für mich aber der ausschlaggebende Punkt, weshalb ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Der Untertitel (Neun Jugendliche. Drei Tage. Ein Opfer.) hat mich einfach gepackt und nicht mehr losgelassen. Wer sich für dieses Buch entscheidet, sollte aber wissen, dass das Jagdthema wirklich im Mittelpunkt steht und wir einiges darüber lernen. Auch sollte man nicht zartbesaitet sein, was das Töten von Tieren angeht, denn hier gibt es einige sehr detaillierte Szenen.

Besonders gut hat mir die „Lehre“ aus dieser Story gefallen. Das zwei Schichten-System zwischen Elite und Unterschicht. Die Geschichte macht einen nachdenklich und zeigt einem ganz klar, wer hier am Ende der Nahrungskette steht und wer nicht. Was man haben muss, um dazu zu gehören und was mit denen passiert, die anders sind – die nicht privilegiert sind. Hier hatte ich die ein oder andere Gänsehaut, weil der Roman sehr realistisch darstellt, wo der Platz eines jeden Charakters ist.

Trotz meiner Zugangsschwierigkeiten zur Protagonistin hatte ich sehr schöne Stunden mit dieser Geschichte und würde sie jedem empfehlen, der ein fesselndes Buch lesen möchte, das darüber hianus noch über ein traumhaftes Setting (altes Herrenhaus inklusive Wäldern, Wiesen, Seen und Berge) verfügt.

Bewertung: 4/5 Sterne


[Rezension] Traci Chees „Das Meer aus Tinte und Gold“

Grunddaten:

Autor: Traci Chee

Titel: Das Meer aus Tinte und Gold (1)

Hardcover: 480 Seiten

ISBN: 978-3551583529

Verlag: Carlsen

 

Klappentext:

Seit Sefias Vater ermordet wurde, kämpft sie mit ihrer Tante Nin ums Überleben. Aber dann wird Nin entführt und die einzige Spur zu ihr ist ein Buch: ein scheinbar nutzloser Gegenstand in einem Land, in dem fast niemand um die Existenz des geschriebenen Wortes weiß. Doch kaum berührt Sefia das makellose Papier, spürt sie eine magische Verbundenheit und lernt die Zeichen zu deuten. Sie führen sie nicht nur auf eine gefährliche Reise, sondern auch an die Seite eines stummen Jungen, der selbst voller Geheimnisse steckt. Gemeinsam wollen sie Nin finden – und den Tod von Sefias Vater rächen.

Meine Meinung:

Mit „Das Meer aus Tinte und Gold“, dem ersten Teil einer neuen High-Fantasy-Jugendbuch-Reihe, hat die Autorin quasi einen Volltreffer bei mir gelandet. Sie beschreibt ein tolles Setting, glaubwürdige Charaktere und versteht es, den Leser zu fesseln.

Zunächst muss ich aber mal die tolle Aufmachung und die Specials erwähnen. Dieses Buch kann man förmlich entdecken. Nicht nur der gold-glänzende Umschlag ist ein Hingucker, nein, auch beim Inhalt muss man teilweise zweimal hinschauen. Hier gibt es einiges „zwischen den Zeilen“ zu entdecken (man beachte auch den Hinweis auf Seite 1). Einfach großartig, das macht Spaß!

Wie jede gute Es-war-einmal-Geschichte, bekommen wir auch diese von einem allwissenden Erzähler nähergebracht. Das hat zum Vorteil, dass wir nicht nur die Gedanken der Protagonistin Sefia besser verstehen können, sondern dem stummen Jungen Archer überhaupt eine Stimme verliehen wird. Für mich war der Aufbau des Buchs etwas Besonderes, weil die klassisch-nummerischen Kapitel immer wieder durch Geschichten in der Geschichte oder diverse Informationen unterbrochen wurden. Auch die Beschreibungen der Autorin haben mich vollkommen überzeugen können. Sie hat mich in ein mittelalterliches Setting entführen können, das für mich nicht nur glaubhaft war, sondern auch einladend – hier hätte ich gerne noch länger verweilt.

Sefia hat für mich alle Attribute einer starken Protagonistin mitgebracht. Sie hatte stets einen Plan, wusste, was sie wollte und wofür sie einstand und hat ihre zwischenmenschlichen Beziehungen immer über ihre eigenen Bedürfnisse gestellt. Dabei hat sie sich nie verraten. Deshalb war sie vermutlich auch so authentisch und glaubhaft. Sefia war mir von der ersten Seite an sympathisch und ich habe mich wahnsinnig gerne mit ihr auf die Reise durch Kelenna gemacht. Auch Archer ist ein positives Beispiel für Charakterdesign. Seine Handlungen sind durchdacht und man merkt, dass seine Vergangenheit nicht einfach ist. Das ist besonders gelungen, da er stumm ist und sich nicht so artikulieren kann, wie andere Charaktere es tun würden. Archer ist eine Person, die man auch im realen Leben gerne als Freund hätte, da er unglaublich freundlich und beschützerisch ist.

Die Nebencharaktere habens ich perfekt ins Geschehen eingefügt und ihre Rollen weitgehend ausgefüllt. Sie haben Sympathien oder Antipathien geweckt, wie sie es auch sollten. Große Überraschungen wurden hier nicht bereitgehalten, aber das war für mich ok, weil Sefia und Archer so vielschichtig waren, dass ich hier nichts vermisst habe.

Das Buch steigt mitten in der Geschichte ein, allerdings muss ich sagen, dass ich mich sehr gut in der Welt Kelennas zurechtgefunden habe. Die Spannung wird generell hochgehalten, weil immer wieder interessante Dinge oder überraschende Wendungen auf den Leser zukommen. Der einzige Minikritikpunkt geht an das Ende. Hier wurde dann plötzlich alles etwas beschleunigt, wobei ich das Tempo im restlichen Buch eigentlich angenehm fand. Mir war klar, dass nicht alle Fragen geklärt sein würden, da es ja eine Fortsetzung gibt, aber wenigstens ein oder zwei offene Themen hätte ich mir doch als abgeschlossen gewünscht.

Für mich ein fantastischer Einstieg in Sefias und Archers Geschichte. Eine zarte Liebesgeschichte, viel Magie und Abenteuer und eine rasante Verfolgungsjagd mit einem bestimmten Ziel. Ich würde am liebsten sofort Band 2 lesen und hoffe, dass uns der Verlag nicht allzu lange warten lässt.

Bewertung: 4,5/5



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